Freitag, 27. Juli 2012

Andrej Dzeviatucha aus Polozk macht Praktikum im Klinikum

Friedrichshafen – Andrej Dzueviatucha aus Polozk macht zurzeit ein Praktikum im Klinikum Friedrichshafen. Im Gespräch mit Oberbürgermeister Andreas Brand, Prof. Dr. Winter und Uwe Lenz vom Klinikum Friedrichshafen berichtete der 25-jährige über sein Studium in Weißrussland und das Praktikum am Klinikum.
Von links: Prof. Dr. Eugen Winter, Oberbürgermeister Andreas Brand, Andrej Dzeviatucha und Uwe Lenz (Klinikum Friedrichshafen).


Gute Kontakte nach Friedrichshafen

Andrej Dzeviatucha spricht ausgezeichnet Deutsch. Die Sprache hat er in der Schule in Polozk und bei zwei Praktikumsaufenthalten in Niedersachsen gelernt. Oberbürgermeister Andreas Brand sprach mit den jungen Mann aus Polozk über seine Erfahrungen als Praktikant. "Das Beschäftigen von Praktikanten ist eine sinnvolle Hilfe zur Selbsthilfe" betonte er.

Erste Kontakte zum Klinikum in Friedrichshafen knüpfte Dzeviatucha über seine Mutter in Polozk und Uwe Lenz. Lenz ist Techniker im Klinikum Friedrichshafen und in Polozk verantwortlich für die medizinische Hilfe aus Friedrichshafen. "Andrejs Mutter sagte mir, dass ihr Sohn in Minsk Medizin studiere und gerne ein Praktikum in Friedrichshafen machen wolle", erklärte Uwe Lenz. Lenz konnte Prof. Dr. Eugen Winter für den Wunsch Dzeviatuchas begeistern.  Seit dem 28. Juni macht der 25-jährige nun sein Praktikum in Friedrichshafen. 

"Ich bin sehr glücklich, dass ich ein Praktikum in Friedrichshafen machen und bei der Familie Füting in Manzell wohnen kann", so Dzeviatucha. Neben dem Praktikum unternimmt er viele Ausflüge mit dem Fahrrand, um Friedrichshafen kennen zu lernen.

Das Praktikum ist äußerst lehrreich

In der Chirurgie II interessiert sich Andrej besonders für den Bereich Endoprothetik. "Die Techniken sind eigentlich überall auf der Welt gleich" sagt er, "aber die Instrumente und die Prothesen sind hier von einer ganz anderen Qualität als in Weißrussland". Bis Ende Juli bleibt er noch im Klinikum. "Schon die erste Zeit meines Praktikums war äußerst interessant und lehrreich. Ich erhielt Einblicke in nahezu alle Bereiche des Klinikums", so Dzeviatucha. Schwerpunk seines Praktikums ist die Chirurgie.

Chirurgie darf man in Weißrussland nur dann studieren, wenn man den Abschluss des Medizinstudiums mit einer besonders hohen Punktzahl abgeschlossen hat. Andrej hatte mit 100 Punkten fast den höchsten Wert. An das 5-jährige Studium schließt sich ein sechstes Jahr an, in dem sich der angehende Arzt spezialisiert. Nachdem er keine Studiengebühren bezahlen musste, ist er verpflichtet, nach dem Studium für zwei Jahre als Arzt in Wei0russland zu arbeiten, und zwar an einer Klinik, die ihm vom Staat zugewiesen wird. "Wenn ich das nicht will, muss ich die rund 6.000 Euro Studiengebühren nachzahlen", so der 25-jährige. "Dann verkaufe ich eben mein Auto und zahle das  Geld zurück",  meint Andrej, der sehr gerne Arzt in Deutschland werden möchte.

Erfolgreiches akademisches Lehrkrankenhaus

Dafür sieht Prof. Dr. Winter, Chefarzt der Chirurgie II, gute Chancen. "Gerade in der Chirurgie wollen nicht mehr so viele junge Ärzte arbeiten", erklärt Winter. Die Arbeit sei zu anstrengend und die Schichten zu aufreibend. Andrej habe sich sehr interessiert gezeigt und konnte selbstständig eingesetzt werden. Auch bei Operationen und in der Ambulanz war er mit dabei.

OB Brand dankte abschließend Prof. Dr. Winter und Uwe Lenz für ihr Engagement. "Es ist auch aus Kostengründen nicht selbstverständlich, dass ein Krankenhaus Praktikanten aufnimmt", so OB Brand. Das Klinikum Friedrichshafen als akademisches Lehrkrankenhaus, so Brand weiter, betrachte dies aber als eine seiner Aufgaben. Trotz dieser zusätzlichen Aufgaben, die andere Krankenhäuser nicht haben, erwirtschaftete das Klinikum Friedrichshafen durch Mehrerlöse 2011 ein positives Ergebnis.

Zum Abschluss wünschte OB Brand Andrej Dzeviatucha für seine weitere Zukunft alles Gute.

Kontaktdaten

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