Freitag, 1. Juni 2012

Aus Kalifornien zur OP an den Bodensee

Endoprothese-Patient aus den USA wählt Klinikum Friedrichshafen
Rundum zufrieden mit seinem Hüft-OP-Urlaub am Bodensee und mit der Behandlung durch Prof. Dr. Winter vom Klinikum Friedrichshafen: Jeffrey Richards (links) aus Kalifornien.

Tourismus der außergewöhnlichen Art: Andere kommen an den Bodensee, um Ferien zu machen, Jeffrey Richards aus den USA flog extra nach Deutschland, um sich am Klinikum Friedrichshafen auf eigene Kosten einer Hüft-Operation zu unterziehen.

Als es Anfang dieses Jahres mit den Schmerzen in der linken Hüfte immer schlimmer wurde, wollte der leidenschaftliche Skifahrer aus Kalifornien keine Zeit mehr verlieren: „Ich konnte ja nichts mehr machen“, berichtet der sportbegeisterte 52-Jährige. Und so nahm der Amerikaner sein Schicksal selbst in die Hand, informierte sich über die besten Behandlungsmöglichkeiten, verglich Kosten, recherchierte. „Ich habe die ganze Welt durchsucht“, lacht Jeffrey Richards. Dass er in Deutschland fündig wurde, hat auch etwas mit seiner aus München stammenden Frau und den dort lebenden Schwiegereltern zu tun. Aber warum ausgerechnet Friedrichshafen?

Nachdem er diverse Medizinerlisten durchforstet hatte, stieß er schließlich Prof. Dr. Eugen Winter, dem sein guter Ruf offenbar bis über den Atlantik vorauseilt. So gilt der Chefarzt der Chirurgischen Klinik II am Klinikum Friedrichshafen als einer der wenigen Hüft-Experten hierzulande, die die von Richards gewünschte Oberflächenersatzprothese nach der sogenannten „McMinn-Methode“ einsetzen. Im Gegensatz zur konventionellen Form der „Total-Prothese“ werden bei diesem Verfahren nur die erkrankten Anteile des Gelenkes entfernt und der Hüftkopf bleibt erhalten. „Diese Art von Hüftprothese ist international etabliert, in Deutschland aber noch nicht so verbreitet“, erklärt Prof. Dr. Winter. Gerade für jüngere Patienten um die 50, zu denen auch Richards zählt, sei diese Variante aber von Vorteil, zumal die Prothesen lange halten und die Hüfte dabei belastbarer bleibt. Hergestellt wird das Implantat übrigens in Großbritannien. „Wie die Deutschen gute Autos bauen, kommt in Sachen Hüftprothesen alles Innovative aus England“, erläutert weiß Dr. Winter.

Und dass die Qualität stimmt, das war Familienvater Richards wichtig. Der Preis allerdings auch. Schließlich hat der unter anderem im Immobiliengeschäft tätige Unternehmer wie so viele seiner Landsleute keine nennenswerte Krankenversicherung. So sei er alles in allem mit der OP in Deutschland wesentlich günstiger weg gekommen als in den USA, rechnet Richards vor. Keine Frage: Für den 52-Jährigen hat sich der selbstorganisierte Trip nach Europa in vielfacher Hinsicht gelohnt. Im Vorfeld hatte er mit Prof. Dr. Winter bereits alle wichtigen Fragen geklärt, Informationen ausgetauscht, per Mail und telefonisch. Rund um die Operation selbst war er dann eineinhalb Wochen im Krankenhaus. Und für die anschließende ambulante, ebenfalls am Klinikum Friedrichshafen mögliche Rehabilitation mietete er sich einfach in der Nähe eine Ferienwohnung.

Die OP hat Jeffrey Richards nun erfolgreich hinter sich gebracht. Schon in drei Monaten, so hofft er, will er wieder Sport machen können. Sein Fazit: alles sei bestens gelaufen. Und vor allem unkompliziert: „So mag ich das!“

Der Kalifornier dürfte wohl Prof. Dr. Eugen Winters Patient mit der längsten Anreise gewesen sein. Gleichwohl ist er nicht der einzige „Exot“ in der langen OP-Liste des Häfler Chirurgen, wie dieser weiß: „Es  waren auch schon Patienten aus Hongkong, Schweden, Italien oder Russland da.“

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