Mittwoch, 9. April 2014

Behandlung von Herzrhythmusstörungen: Hochmoderne 3D-Technik im Klinikum Friedrichshafen

Friedrichshafen (kf) Das Klinikum Friedrichshafen investiert erneut in hochmoderne medizintechnische Geräte. Bei der Elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) kann einer Herzrhythmusstörung nun noch genauer und schonender auf den Grund gegangen werden. Stand dem Team von Sektionsleiter Dr. Hansjörg Bauerle schon bisher ein modernes Instrumentarium zur Verfügung, setzt das Klinikum nun ein hochmodernes 3D-Mapping-Verfahren ein.
Medizintechnisch bestens ausgerüstet: das Team im EPU-Labor des Klinikums Friedrichshafen (von links) Sektionsleiter Dr. Hansjörg Bauerle, Oberarzt Dr. Christoph Staudinger sowie den Krankenschwestern Patricia Frank und Sabine Wilhelm.

Moderne Technik für "EKG im Herz"

Bisher gibt es das sonst nur in einem großen mitteldeutschen Herzzentrum. Entsprechend stolz ist Dr. Bauerle, "dass wir dieses System an den Bodensee bekommen haben." Zusammen mit den anderen Neuerungen habe man nun im Klinikum Friedrichshafen "eines der modernsten deutschen EPU-Labore."

Mit Hilfe der EPU – quasi "ein EKG im Herz" – werden die Ursachen für Rhythmusstörungen aufgespürt. Dazu werden Katheter über die Leistenvene bis ins Herz geschoben. Zur Überwachung ihrer genauen Position kommt im Klinikum Friedrichshafen neuerdings ein weiterer spezieller Katheter zum Einsatz, der per Ultraschall eine wesentlich exaktere Rückmeldung gibt als nur ein Röntgenbild. "Damit können wir unseren Patienten maximale Sicherheit bieten", so Johannes Weindel, Geschäftsführer der Klinikum Friedrichshafen GmbH.

Schonendere Eingriffe

Eine EPU stöbert nicht nur Stellen auf, die für Unregelmäßigkeiten verantwortlich sind. Zugleich können krankhafte Gewebezellen verödet und damit etwa das so genannte "Stolperherz", das Vorflimmern, geheilt werden. Verödet wird entweder durch Hitze, oder – ebenfalls neu im Klinikum – durch Kälte. Ein ins Herz eingeführter "Cyroballon" tötet dabei das kranke Gewebe mit einem minus 70 Grad kalten Impuls ab. Für die Patienten sei das laut Dr. Bauerle schonender: "Sie sind in der Regel nach dem Eingriff schneller wieder fit."

Highlight für die Navigation im Herzen

Größte und mit 200 000 Euro auch teuerste Neuanschaffung im EPU-Labor des Klinikums ist aber das dreidimensionale Mapping-System zur bildlichen Darstellung einer Rhythmusstörung. "Das ist ein Highlight", freut sich Dr. Bauerle. "Es vereinfacht uns die Navigation im Herzen." Zum Einsatz komme das neue Verfahren vor allem bei komplexen Rhythmusstörungen. Vorteil: Anstatt wie bisher aus einzelnen Punktaufnahmen mühsam ein gesamtes Bild zusammenzusetzen, sitzen an der Spitze des neuen Katheters in einer Art aufklappbarem Schirm nun 64 Elektroden. Entsprechend höher ist die Auflösung, entsprechend zuverlässiger das Ergebnis. Auf dem Computerbildschirm erscheint eine genaue, dreidimensionale "Landkarte" des Herzens mit einer bisher nicht erreichten Schärfe. Dr. Bauerle: "Durch die bessere grafische Darstellung sind wir in der Lage, noch mehr verborgene Rhythmusstörungen aufzuspüren".

Bessere Bilder, schnellere Ergebnisse

Das High-Tech-System liefert aber nicht nur bessere Bilder, sondern auch viel schneller Ergebnisse. Das ist nicht nur effizienter für die Mediziner, sondern auch angenehmer für die Patienten, die nicht mehr 35 sondern nur noch fünf Minuten nahezu bewegungslos auf dem Untersuchungstisch liegen müssen. Und auch die Belastung durch Röntgenstrahlung werde noch einmal deutlich reduziert.

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
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