Montag, 14. Juli 2014

Besuchsdienst am Klinikum ist seit 30 Jahren für die Patienten da

Friedrichshafen (kf) Seit 30 Jahren haben sie ein offenes Ohr für die Patienten, sorgen für Aufmunterung, bringen Zeit mit und spenden Trost: "Sie" sind die "Grünen Damen" des ehrenamtlichen Besuchsdienstes am Klinikum Friedrichshafen.
Immer für die Patienten da sind die „Grünen Damen“ des Besuchsdienstes am Klinikum Friedrichshafen (von links): Beate Kögler, Renate Herrmann, Gabriele Rütten, Renate Baumgärtner, Karin Klöck, Berthel Maggio-Vattervi, Elsbeth de Lazzer, Pflegedirektor Oliver Schömann, Ursula Vogler und Karin Polster. Es fehlt auf dem Bild: Paula Brzakalla. Bild: Klinikum

Begonnen hatte alles im Sommer 1984, als Gustl Entringer, Gemeinderat und Landtagsabgeordnete aus Friedrichshafen, die Idee aus Stuttgart mit an den Bodensee brachte. Auf seinen Vorschlag hin setzten dann die damalige Pflegedirektorin Hilde Hester sowie die Seelsorger Klaus Brune und Bernd Strohmaier das Ganze in die Tat um. Der ehrenamtliche Besuchsdienst am Krankenhaus in Friedrichshafen war geboren. Mit ihren grünen Kitteln von den hauptberuflichen Mitarbeitern gut zu unterscheiden, gingen die "Grünen Damen" fortan von Zimmer zu Zimmer, um sich den Patienten als Gesprächspartner anzubieten. 

Besuchsdienst ist nicht mehr wegzudenken

Anfangs noch mit Skepsis beäugt, hat sich das Angebot inzwischen längst etabliert. So seien die "Grünen Damen" aus dem Klinikum Friedrichshafen "nicht mehr wegzudenken", wie Pflegedirektor Oliver Schömann bei einer kleinen Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der Häfler Gruppe betonte und den Ehrenamtlichen "herzlich für Ihren großartigen Einsatz" dankte: "Sie schenken unseren Patienten Ihre Zeit, Ihr Ohr, Ihre Aufmerksamkeit", so Schömann.

"Etwas Sinnvolles machen"

Dienstältestes Mitglied des aktuell zehnköpfigen Teams ist Elsbeth de Lazzer. Seit 21 Jahren engagiert sie sich bei den "Grünen Damen" in Friedrichshafen, seit 1998 als Sprecherin des Besuchsdienstes. "Die Kinder waren gerade aus dem Haus, und ich wollte etwas Sinnvolles machen", schildert sie ihre damalige Motivation. Und dass ihre Arbeit im Krankenhaus tatsächlich etwas Sinnvolles ist, erlebt sie bei jedem ihrer wöchentlichen Einsätze aufs Neue.

"Schön, dass Sie da waren"

"Wir drängen uns nicht auf", so de Lazzer über sich und ihre Kolleginnen. Und doch sei es selten, dass jemand sage, er brauche niemanden. "Schön, dass Sie da waren", hören die Besuchsdienstdamen stattdessen immer wieder. Und nicht selten schütten die Patienten im vertraulichen Gespräch ihr ganzes Herz aus – im Wissen, dass sich die Besuchsdienst-Mitglieder streng an ihre Schweigepflicht halten. Vieles, was Kranke ihren eigenen Angehörigen aus Rücksicht verschweigen, sprechen sie gegenüber einer neutralen Person sogar eher aus, wie die "Grünen Damen" aus Erfahrung wissen.

Ein Geben und Nehmen

"Es ist ein Geben und Nehmen", beschreibt Elsbeth de Lazzer ihr Tun, bei dem sie "menschlich sehr viel gelernt habe". Und wie geht sie mit den ihr anvertrauten Sorgen und Schicksalsschlägen um? Was macht sie, wenn die Nöte der anderen auch sie zu belasten drohen? In solchen Fällen, so Elsbeth de Lazzer, "gehe ich anschließend in die Kapelle". Und dort lade sie dann ihren "Rucksack" ab.

Verstärkung gesucht

Zeit für andere zu haben. Dieses Motto der "Grünen Damen" sei heute "wichtiger denn je". Und deshalb suchen die Besuchsdienst-Damen auch dringend Nachwuchs für ihr Team: "Wir können Verstärkung gebrauchen!" Engagierte Bürger jeglichen Alters – übrigens gerne auch "Grüne Herren" – seien herzlich willkommen.

Interessierte wenden sich an das Sekretariat des Bereichs Pflege am Klinikum Friedrichshafen, Telefon 07541 96-1151.

 

 

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