Dienstag, 26. Juni 2012

EPU-Patiententag am Klinikum Friedrichshafen

Herzrhythmusstörungen auf den Grund gehen und behandeln
Im neuen EPU-Labor am Klinikum Friedrichshafen lassen sich interessierte Besucher am Patiententag von Mirjam Schmid die verschiedenen Herzkatheter zeigen. Bild: Klinikum

FRIEDRICHSHAFEN (kf) – Wenn das Herz stolpert, klopft oder rast: Herzrhythmusstörungen können viele Ursachen haben. Manche davon bleiben lange unerkannt. Ein Patiententag am Klinikum Friedrichshafen widmete sich diesem Thema – und stieß auf große Resonanz: Mehr als 100 Interessierte informierten sich bei Vorträgen und einer Labor-Führung über moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Rede und Antwort standen dem Publikum unter anderem die Klinikum-Mediziner Dr. Nathalie Morel-Köhler und Dr. Hansjörg Bauerle, Leiter der Sektion Elektrophysiologie.

Schwindel, schlechter Schlaf, ein allgemeiner Leistungsknick und Nervosität. Symptome, die man nicht unbedingt mit dem Herz in Verbindung bringt. Und doch können sie auf eine Herzrhythmusstörung hinweisen – vom gelegentlich auftretenden „Herzstolpern“ bis hin zum gefährlichen Vorhofflimmern. Um diese zu untersuchen, gibt es in der Medizin zwar ein breites Instrumentarium, vom EKG bis hin zum unter die Haut implantierten Event-Recorder. Doch manchmal lässt sich auf diesen Wegen trotzdem einfach nicht feststellen, worin genau das Problem beim einzelnen Patienten liegt. Hier kann eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) helfen, wie sie in dem erst vor sechs Wochen in Betrieb genommenen neuen und hochmodern ausgestatteten EPU-Labor am Klinikum Friedrichshafen möglich ist.  

Mit Hilfe geringer elektrischer Impulse werden dabei Rhythmusstörungen provoziert und die verantwortlichen Bereiche per Röntgenaufnahme geortet. So können auch bislang verborgene Erkrankungen aufgespürt werden, wie Dr. Hansjörg Bauerle in seinem Vortrag berichtete. Doch wie läuft eine solche EPU ab? „In örtlicher Betäubung werden über die Leistenvene Katheter ins Herz geschoben“, um dann sozusagen „ein EKG im Herz“ zu machen. Vorteil: den Beschwerden kann nicht nur exakt auf den Grund gegangen werden, oft können über gezielte Impulse zugleich auch krankhafte Gewebezellen verödet werden. Auf diese Weise – so Dr. Bauerle – sei es in vielen Fällen möglich, Herzrhythmusstörungen ganz zu heilen und eine weitere medikamentöse Therapie überflüssig zu machen. In der Regel sei bei einer EPU nur ein etwa zweitägiger Krankenhausaufenthalt nötig.

Über einen Fall, bei dem erst durch die Elektrophysiologie überhaupt eine Herzrhythmusstörung erkannt und der Patient schließlich vollständig geheilt aus dem Klinikum entlassen werden konnte, berichtete Dr. Nathalie Morel-Köhler, die die zahlreichen Zuhörer beim Patiententag auch über die verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen informierte, darunter der zu schnelle (Tachykardie) oder zu langsame Puls (Bradykardie).

Abschließend nutzten noch viele Besucher die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild vom neuen EPU-Labor am Klinikum Friedrichshafen zu machen und sich direkt vor Ort weitere Informationen zum Ablauf einer Elektrophysiologischen Untersuchung einzuholen.

Im November wird der Patiententag „EPU-Labor“ wiederholt, aktuelle Informationen und Termine: Veranstaltungen

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