Donnerstag, 6. Dezember 2012

Gebärmutterhalskrebs: OP-Roboter im Einsatz

Friedrichshafen (kf) – Rund 6 000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich neu an Gebärmutterhalskrebs. Wird dieser erst spät erkannt, hilft nur noch die radikale Entfernung der Gebärmutter und angrenzendem Gewebe. In Klinikum Friedrichshafen kommt dabei zunehmend der hochmoderne OP-Roboter "Da Vinci" zum Einsatz.
Der Da-Vinci OP-Roboter des Klinikums Friedrichshafen.

Je früher Gebärmutterhalskrebs erkannt wird, desto besser. So ist in Vor- und Frühstadien noch eine Behandlung durch Lasertherapie oder Konisation – ein operativer Eingriff am Muttermund – möglich. Ist jedoch bereits ein Karzinom vorhanden, muss radikal operiert werden. Sprich: Neben der Gebärmutter an sich wird auch der gesamte so genannte Aufhänge-Apparat entfernt, also Haltebänder, Blutgefäße und Lymphbahnen. Zahlreiche solcher Eingriffe nimmt das Klinikum Friedrichshafen pro Jahr vor, wie Dr. Hans-Walter Vollert, Chefarzt der Frauenklinik des Klinikums, erklärt.

Entwickelt wurde der als Wertheim-Meigs-Operation bekannte Eingriff bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Gynäkologen Ernst Wertheim. Doch mit damaligen Verhältnissen haben die Gebärmutter-Operationen anno 2012 nicht mehr viel gemein. So setzen die Gynäkologen des Klinikums Friedrichshafen auch hier immer häufiger auf den "Da Vinci" OP-Roboter. Mit dem hochmodernen Gerät steuert der Operateur millimetergenau zwei bis drei vollbewegliche Greifarme und kann dabei auf gestochen scharfe 3-D-Bilder in zwölffacher Vergrößerung zurückgreifen, welche ein separater Kameraarm liefert.

Für den Arzt bedeutet das nicht nur ein ergonomischeres Arbeiten. Auch die Übersicht ist besser, was gerade auch bei der Operation von übergewichtigen Patientinnen von Vorteil ist. Rund drei Stunden dauert eine solche Wertheim-Meigs-OP. Bei fortgeschrittenen Krebsstadien wird noch während der Operation entschieden, ob auch weitere anliegende Organe entfernt werden müssen.

 "Frauen sollten zur Krebsvorsorge gehen, um frühzeitig krankhafte Zellveränderungen zu erkennen", rät Dr. Hans-Walter Vollert zur Vorsorge. Jungen Mädchen wird zudem eine entsprechende Impfung empfohlen, die das Risiko einer späteren Gebärmutterhals-Krebserkrankung deutlich reduziere, wie Dr. Vollert betont.

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