Montag, 15. Oktober 2012

Humangenetische Beratung am Klinikum Friedrichshafen

FRIEDRICHSHAFEN (kf) – Menschen, die selbst von einer genetisch bedingten Erkrankung betroffen sind oder in deren Familie solche Fälle vorkommen, können sich am Klinikum Friedrichshafen umfassend beraten lassen. Im persönlichen Gespräch wird die eigene Krankheitsgeschichte beurteilt, mögliche Risiken in Hinblick auf die Familienplanung erörtert, unbegründete Ängste ausgeräumt, gegebenenfalls eine gezielte genetische Untersuchung in die Wege geleitet und über Möglichkeiten der Vorsorge und Behandlung informiert.

"Den Menschen nicht nur als medizinischen Fall sehen"

Am Klinikum Friedrichshafen berät jeden ersten Freitag im Monat die Ulmer Fachärztin für Humangenetik und Psychotherapeutische Medizin, Dr. Gertrud Strobl-Wildemann, Patienten im Mutter-Kind-Zentrum. "Zunächst frage ich nach der Vorgeschichte." Geklärt wird, ob es in der Familie Behinderungen oder schwerwiegende Erkrankungen gibt, vorliegende Befunde werden gesammelt und ausgewertet. Und wenn das nicht ausreicht, "nehmen wir Blut ab und eine genetische Laboruntersuchung vor", so die Ärztin. "Wir erklären den Ratsuchenden die Befunde und Diagnose, versuchen die Ursachen verständlich zu machen und sprechen alle Schritte mit ihnen gemeinsam durch."

Dr. Strobl-Wildemann hat dabei den Patienten im Blick: "Wir stellen den Menschen in den Vordergrund und nicht einen medizinischen Fall." Das passt zum ganzheitlichen Ansatz des Mutter-Kind-Zentrums, in dem von der Kinderwunsch-Sprechstunde über die Geburt und Versorgung Neugeborener bis zur stationären Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen, auch im Falle einer psychosomatischen Erkrankung, alles unter einem Dach angeboten wird. 

Jeder Mensch ist anders

Jeder Mensch ist anders, und auch gewisse Unterschiede in den Erbanlagen sind völlig normal. Die allermeisten davon haben milde Auswirkungen, manche aber auch gravierende. Um dies herauszufinden und richtig einzuordnen, dazu dient eine humangenetische Beratung. Sie kann besonders bei seltenen Erkrankungen helfen, eine Diagnose zu stellen oder einen Verdacht auszuschließen. Das gilt vor allem dann, wenn es um einen unerfüllten Kinderwunsch geht, wenn mehrere Fehlgeburten oder Auffälligkeiten in der Schwangerschaft aufgetreten sind, oder wenn bei dem Ratsuchenden selbst oder in der Familie angeborene Fehlbildungen, Stoffwechselerkrankungen, Behinderungen, gehäufte Tumorerkrankungen oder ungeklärte Funktionsstörungen vorliegen.

Entscheidungen treffen mit den Patienten

Bei jeder genetischen Beratung werden alle medizinischen Möglichkeiten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen dargelegt und abgewogen. "Wir treffen aber keine Entscheidungen über Patienten, sondern mit ihnen", betont die Ärztin. Manche Patienten wollen bei ihrem hohen Erkrankungsrisiko ganz auf Kinder verzichten, andere entscheiden sich in der Schwangerschaft für eine vorgeburtliche Untersuchung. Wiederum andere – so Dr. Strobl-Wildemann –  sagen: "Ich nehme jedes Kind an, so wie es das Leben uns schenkt." Wie auch immer die Entscheidung aussieht: "Wir stehen den Menschen bei jeder schwierigen Fragestellung und in jeder belastenden Situation bei." Und zwar so lange, wie es nötig ist. Ist es bei manchen nur eine Sache von wenigen Tagen, sei es bei anderen ein jahrelanger Prozess. "Es ist manchmal ein Ringen um die individuell richtige Entscheidung", weiß Dr. Gertrud Strobl-Wildemann.

Telefonische Terminvereinbarung unter 07541 967-1267

 

 

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