Dienstag, 23. April 2013

Informativer Patiententag am Klinikum Friedrichshafen rund um Probleme mit Hüfte, Knie und Schulter

Friedrichshafen (kf) Wer sich früher den Ellbogen oder das Handgelenk brach, hatte danach mit einer bleibenden Bewegungseinschränkung zu rechnen. "Auf dem Gebiet der Unfallchirurgie hat sich in den letzten Jahren viel getan", erläutert Prof. Dr. Eugen Winter, Chefarzt der Chirurgischen Klinik II. Durch die Instrumentarien der modernen Medizin ist heute und nach einer Operation von Brüchen eine Bewegung und Heilung deutlich schneller möglich als noch vor 30 Jahren. Einen Einblick in die neuesten Verfahren der Behandlung erhielten die Besucher am Samstag beim Patiententag der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Endoprothetik am Klinikum Friedrichshafen.
An Modellen der Hüfte erläuterte Oberarzt Dr. Bastian König das Verfahren des zementfreien Implantierens.

Operiert wird nur, wenn sonst nichts mehr geht

Zahlreich nutzten vor allem ältere Menschen die Möglichkeit, um sich über die Endoprothetik (künstliche Gelenke) zu informieren. Neben der Behandlung von lebensbedrohlichen Schwerstverletzungen und orthopädischen Erkrankungen ist die Endoprothetik ein besonderer Schwerpunkt dieser Klinik des Krankenhauses, die seit einem Jahrzehnt von Professor Winter geleitet wird. "Jeder zweite Mensch über 60 erkrankt an Arthrose", zitiert der Chefarzt die Statistik. "Es ist die häufigste Gelenkerkrankung des erwachsenen Menschen, und die Erkrankungswahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Alter." Arthrose ist nicht heilbar und die Ursachen sind vielfältig, können in Unfällen, Fehlstellungen der Gelenke oder Durchblutungsstörungen liegen.

"Man greift immer erst zu den konservativen Therapiemaßnahmen wie beispielsweise Physiotherapie, Bewegungstherapie oder medikamentöse Therapie. Wenn aber der Knorpel in den Gelenken so abgerieben ist, dass das Auto sozusagen auf der Felge fährt, dann kommt die Endoprothetik ins Spiel", erläutert später Assistenzarzt Dr. Oliver Staneff. Wenn der Patient von sich aus sagt, dass seine Lebensqualität und der Alltag unter der Bewegungseinschränkung leiden, dann kommt für die Mediziner eine Operation in Frage und Chefarzt Winter betont: "Operiert wird nur dann, wenn nichts mehr anderes geht."

Intensiv wurde am Samstag auch das Angebot der Infostände genutzt, an denen die Chirurgen an Modellen demonstrierten, wie eine Operation zum Einsatz einer Prothese durchgeführt wird, wie die unterschiedlichen Prothesen aussehen und welche Techniken zum Einsatz kommen. Die Fragen an die Spezialisten drehten sich häufig um ganz praktische Dinge, beispielsweise ob man mit einer implantierten Prothese wandern kann. "Kann man, die Prothesen sind für die Bewegungen des Alltags gebaut", beruhigt Dr. Staneff und fügt lächelnd hinzu "allerdings sollten Sie vielleicht keine schwarzen Skiabfahrten mehr nehmen."

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
info @klinikum-fn .de