Freitag, 14. November 2014

Klinik Tettnang wechselt demnächst zum Klinikum Friedrichshafen: Bundeskartellamt gibt grünes Licht für starken regionalen Klinikverbund

Friedrichshafen - Das Klinikum Friedrichshafen und die Waldburg-Zeil Kliniken schreiben baden-württembergische Krankenhausgeschichte. Nach einer 12-monatigen sehr umfassenden und tiefgehenden Prüfungsphase hat das Bundeskartellamt den von allen vier Beteiligten angestrebten Wechsel des Tettnanger Krankenhauses zum Klinikum Friedrichshafen genehmigt.
Johannes Weindel, Geschäftsführer der Klinikum Friedrichshafen GmbH, und Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg Zeil Kliniken GmbH (rechts) freuen sich darüber, dass das Bundeskartellamt grünes Licht für den Zusammenschluss der Krankenhäuser in Friedrichshafen und Tettnang gegeben hat. Bild: Klinikum Friedrichshafen

Angestrebt ist der Übergang noch in diesem Jahr. In der verbleibenden Zeit müssen die Gremien den bereits besprochenen und befürworteten Fahrplan verbindlich absegnen. Aber bei der Stadt Friedrichshafen, beim Klinikum Friedrichshafen, dem Bodenseekreis und beim bisherigen Träger der Klinik Tettnang, den privaten Waldburg-Zeil Kliniken, ist man überzeugt, dass die noch erforderlichen organisatorischen und vertraglichen Schritte nunmehr schnell, einvernehmlich und unbürokratisch über die Bühne gehen können.

Im Juristendeutsch spricht man von einer kartellrechtlich angemeldeten Anteilsübernahme beziehungsweise einem Anteilstausch. Die Eckdaten der in Baden-Württemberg einmaligen Kooperation lauten wie folgt: Die Klinikum Friedrichshafen GmbH übernimmt 94,9 Prozent  der Anteile an der Klinik Tettnang GmbH. Die Waldburg-Zeil Kliniken erhalten im Gegenzug einen Anteil von 4,5 Prozent  an der Klinikum Friedrichshafen GmbH, einer 100-Prozent-Tochter der Stadt Friedrichshafen. Der Bodenseekreis behält seine 5,1 Prozent an der Tettnanger Klinik. Damit wäre die erste Kooperation zwischen einem kommunalen Krankenhausträger und einem privaten Reha-Träger in Baden Württemberg perfekt.

Andreas Brand, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Klinikum Friedrichshafen GmbH, zeigt sich sehr erfreut über die frohe Botschaft aus Bonn. "Ich begrüße die positive und wegweisende Entscheidung des Bundeskartellamts ausdrücklich. Denn ich war immer ein Befürworter von regionalen Krankenhausverbünden. Die Sorge um eine sehr gute und breite medizinische Versorgung gehört zur kommunalen Daseinsvorsorge und sollte auch in Zeiten schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen mit allen Marktteilnehmern gemeinsam gestaltet werden. Meiner Meinung nach ist ein Verbund von leistungsfähigen und regional vernetzten Krankenhäusern mit einem zentralen Management die richtige und zeitgemäße Antwort auf die Veränderungen im Gesundheitswesen. Wenn es darüber hinaus wie jetzt in Friedrichshafen auch noch gelingt, mit einem langjährig erfolgreichen Reha-Träger zu kooperieren, ist die Situation schon ziemlich ideal. Profitieren werden in jedem Fall die Bürgerinnen und Bürger in Friedrichshafen, Tettnang und Weingarten."

Johannes Weindel, Geschäftsführer der Klinikum Friedrichshafen GmbH und der Klinikum 14 Nothelfer GmbH, ist ein maßgeblicher Wegbereiter dieser Entwicklung. Er ist mit dem Beschluss des Bundeskartellamts, das angesichts der komplexen Materie und des komplizierten Verfahrens mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand alle Aspekte ausgeleuchtet hat, ebenfalls ausgesprochen zufrieden. "Damit ist nun die wesentliche Hürde auf dem Weg zum angestrebten Klinikenverbund genommen. Ich bin überzeugt, dass unser regionaler Verbund, sollte er Wirklichkeit werden, die zukünftigen Anforderungen meistern kann." Durch den Klinikverbund  könnten wir die etwa 1920 Arbeitsplätze (1100 in Friedrichshafen, 320 in Weingarten und knapp 500 in Tettnang) an den drei Standorten nachhaltig sichern, würden damit eine gesunde wirtschaftliche Größe erreichen und könnten der Bevölkerung an den Standorten Friedrichshafen, Weingarten und Tettnang eine sehr differenzierte medizinische Versorgung im näheren regionalen Umfeld anbieten.

Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, sieht die Vorteile vor allem in den sich ergänzenden Angebotsspektren von Akutkrankenhäusern und Rehakliniken. "Was kann besser sein für Patienten als die Möglichkeit, sowohl in der Phase vor einem stationären Klinikaufenthalt als auch im direkten Anschluss danach koordiniert und abgestimmt Reha-Leistungen in höchster Qualität angeboten zu bekommen. Die Waldburg-Zeil Kliniken haben schon immer über scheinbare Grenzen zwischen privater und öffentlicher Hand hinweg Partnerschaften gepflegt. Die Verbindung mit Friedrichshafen eröffnet eine neue Intensität der Beziehungen." Beide Klinikverbünde sehen in der strategischen Partnerschaft die Grundlage für eine Neuordnung der Gesundheitsregion Bodensee-Oberschwaben und Allgäu. Sie könnten nun ihr Leistungsportfolio noch besser aufeinander abstimmen. Dies hätte Vorteile für die Patienten, böte aber auch erhebliche wirtschaftliche Synergien für die beteiligten Kliniken.

Landrat Lothar Wölfle freut sich vor allem über die Wirkung, die von dieser innovativen Lösung aus dem Bodenseekreis ausgeht. "Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass der Zusammenschluss der Kliniken in Friedrichshafen und Tettnang keine Gefahr für den Wettbewerb darstellt. Damit ist der Weg frei für einen trägerübergreifenden und kreisübergreifenden Klinikenverbund im Bodenseekreis und darüber hinaus in den Landkreis Ravensburg. Darüber freue ich mich sehr. Diese Verbundlösung hat zudem den Segen der Landesregierung und passt in die Krankenhausplanung des Landes." Dieses Modell könnte ein gutes Beispiel dafür werden, dass, wenn auch im Krankenhaussektor das regionale "Kirchturmsdenken" überwunden werden kann, für alle sinnvolle und nachhaltige Lösungen entstehen können." Und natürlich ist die strategische Partnerschaft der Klinikum Friedrichshafen GmbH und der Waldburg-Zeil Kliniken zugleich eine Einladung an alle anderen Kliniken in der Region, sich zum Nutzen der Patienten gemeinsam für die Gesundheitsversorgung im Raum Bodensee Oberschwaben und Allgäu zu engagieren.

Informationen zu den Kliniken:

Das Klinikum Friedrichshafen ist ein Krankenhaus der Zentralversorgung mit 370 Betten im Akutkrankenhaus sowie 28 Betten in der Geriatrischen Rehabilitation, zehn Kliniken und Instituten sowie acht Sektionen. Jährlich werden 20 000 stationäre und 35 000 ambulante Patienten versorgt. Das Klinikum ist seit 2013 zertifiziert und betreibt in Kooperation mit dem Klinikum Konstanz das zertifizierte Brustzentrum Bodensee®. Im Sommer 2013 übernahm die Klinikum Friedrichshafen GmbH das Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten mit 133 Betten.

Die Klinik Tettnang verfügt über 140 Betten, versorgt jährlich 7000 Patienten stationär und weitere 21 000 Patienten ambulant. Das Leistungsspektrum umfasst mit Geburtshilfe, Orthopädie und Innere Medizin alle Disziplinen der Grund- und Regelversorgung. Darüber hinaus ist das Haus ein zertifiziertes Kontinenzzentrum mit bundesweitem Ruf sowie ein Diabetes-, ein Endoprothetik- und ein Bauchzentrum. Im Jahr 2013 erblickten in der Klinik Tettnang 588 Kinder das Licht der Welt.

Das Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 133 Betten und drei Kliniken. Jährlich werden zirka 7000 Patienten stationär versorgt und 1810 ambulant operiert. 700 Kinder kommen hier durchschnittlich zur Welt.

Die Waldburg-Zeil Kliniken stehen als privater Klinikverbund mit für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region. In 16 Einrichtungen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt setzen sich rund 3550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Gesundheit und Erhaltung der Lebensqualität der ihnen anvertrauten Menschen ein.


Meldung des Bundeskartellamts

 

 

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