Dienstag, 19. Mai 2015

Klinikgruppe Medizin Campus Bodensee stellt Medizinisches Konzept vor

Friedrichshafen (kf) Auch wenn sich in den kommenden Monaten in den Krankenhäusern in Friedrichshafen, Weingarten und Tettnang einiges verändern wird: Alle drei Krankenhäuser sind weiterhin an 365 Tagen und rund um die Uhr für hilfesuchende Patienten da.
Gemeinsam haben sie das Medizinische Konzept erarbeitet und vorgestellt (von links): Chefarzt Prof. Dr. Peter Sterk - Ärztlicher Direktor Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten, Geschäftsführer Johannes Weindel, Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger – Klinikum Friedrichshafen, Klinikdirektor Jochen Wolf – Klinikum Friedrichshafen, Daniel Weiß – Kaufmännischer Direktor Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten, Jürgen Sachsenmaier – Kaufmännischer Direktor Klinik Tettnang, Chefarzt Dr. Edmund Weber – Ärztlicher Direktor Klinik Tettnang. Bild: Klinikum Friedrichshafen

Die Klinikum Friedrichshafen GmbH möchte kommunal und selbstbestimmt bleiben und hat dafür in den vergangenen zehn Jahren seit Gründung viel unternommen: Der Klinikbetrieb wurde umstrukturiert, neue Einnahmequellen erschlossen und auf dem Gelände des Klinikums ließen sich weitere starke Partner aus der Gesundheitsbranche nieder.  Seit einigen Monaten wächst das Klinikum weiter und mit zwei anderen Krankenhäusern in einem kommunalen Klinikverbund zusammen.

Zwei Krankenhäuser übernommen

Der erste wichtige Schritt in Richtung Kommunaler Klinikverbund erfolgte im Oktober 2013, als die Klinikum Friedrichshafen GmbH die Krankenhaus 14 Nothelfer GmbH übernahm. Im November 2014 stimmte das Bundeskartellamt nach intensiver Prüfung der Übernahme der Klinik Tettnang GmbH durch die Klinikum Friedrichshafen GmbH zu, die am 20. Februar 2015 vollzogen wurde. Das Klinikum Friedrichshafen hält 94,9 Prozent der Anteile an der Klinik Tettnang GmbH, der Bodenseekreis behält an seinem einstigen Kreiskrankenhaus 5,1 Prozent der Anteile. Die Waldburg Zeil Kliniken (bisheriger Träger der Klinik Tettnang) halten jetzt 4,5 Prozent der Anteile an der Klinikum Friedrichshafen GmbH. Die Klinikum Friedrichshafen GmbH hält zudem 94,9 Prozent der Anteile an der Krankenhaus 14 Nothelfer GmbH Weingarten, die Stadt Weingarten hält an seinem einstigen städtischen Krankenhaus 5,1 Prozent.

Medizin Campus Bodensee entsteht

Zum Klinikverbund „Medizin Campus Bodensee“ gehören neben den drei Krankenhäusern das MVZ am Klinikum Friedrichshafen GmbH, das MVZ II am Klinikum Friedrichshafen GmbH, die MVZ Klinik Tettnang GmbH, die Klinikdienste KTT GmbH, die Gesundheitsakademie Tettnang GmbH, Personalservice GmbH und darüber hinaus ist das Klinikum mit 25,2 Prozent an der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben beteiligt.
Gegenwärtig sind an den drei Klinik-Standorten mit insgesamt 643 Betten, 1950 Mitarbeiter beschäftigt.

Medizinisches Konzept erarbeitet

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde intensiv am Medizinischen Konzept der „Klinikgruppe Medizin Campus Bodensee“ gearbeitet. Ziel war es, auch weiterhin an den beiden Klinikstandorten Weingarten und Tettnang die Grund- und Regelversorgung langfristig zu sichern und darüber hinaus medizinische Schwerpunkte zu etablieren.  Die Diagnostik- und Therapieeinheiten sind am jeweiligen Standort den jeweiligen medizinischen beziehungsweise ärztlichen Fachabteilungen zugeordnet und alle drei Notfall-Krankenhäuser halten den entsprechenden Gerätesupport, Diagnostik und Therapie vor. 

Bündelung von Leistungen

Da davon auszugehen ist, dass die Kostenträger und der Gesetzgeber künftig nur noch Leistungen vergüten, die aus Qualitätsgesichtspunkten in Organ- bzw. Kompetenzzentren erbracht werden (Stichwort Mindestmengen), wird innerhalb der Klinikgruppe versucht, bestimmte Leistungen zu bündeln. Der Klinikverbund bildet in diesem Sinne ein in sich geschlossenes und sich ergänzendes System mit Schwerpunktbereichen. Die Verschiebungen von medizinischen Leistungsangeboten von Friedrichshafen nach Tettnang und von Tettnang nach Weingarten oder von Tettnang nach Friedrichshafen werden ausgewogen erfolgen.

Experten arbeiten Hand in Hand

An allen drei Standorten wird es Veränderungen geben, bedingt durch die Verlagerungen der Schwerpunkte.  Das Klinikum Friedrichshafen und die Klinik Tettnang bilden virtuell ein Krankenhaus und so lautet in verschiedenen Spezialgebieten die Devise künftig „Wir betreiben eine Klinik an zwei Standorten“. Im Klinikum Friedrichshafen, das als Krankenhaus der Zentralversorgung den höchsten Versorgungsauftrag hat, wird so beispielsweise ein Endoprothetikzentrum etabliert: Die beiden erfahrenen Operateure und Chefärzte Dr. Edmund Weber (Tettnang) und Prof. Dr. Eugen Winter (Friedrichshafen) legen ihre geballte Kompetenz zusammen, damit Patienten so bestmöglich versorgt werden. Aber nicht nur diese beiden ausgewiesenen Experten werden künftig Hand in Hand arbeiten.
Auch Priv.-Doz. Dr. Thorsten Lehmann (Friedrichshafen) und sein Chefarztkollege Notker Hackenbruch (Tettnang) werden im Bereich der speziellen Viszeralchirurgie Hand in Hand arbeiten: Die großen Eingriffe an Pankreas, Kolon, Leber oder Magen werden in Friedrichshafen werden in Friedrichshafen vorgenommen.

Diabeteszentrum bleibt in Tettnang

Außerdem werden die beiden Chefärzte Prof. Dr. Christian Arnold (Friedrichshafen) und Dr. Holger Sauer (Tettnang) im Bereich der interventionellen Gastroenterologie eng zusammenarbeiten. Das etablierte Diabeteszentrum unter Leitung von Dr. Martin Pfeifer bleibt in Tettnang und ist wie bisher Anlaufpunkt für Diabetes-Patienten aller Häuser.
Im Bereich der Frauenheilkunde haben sich beide Kliniken einen sehr guten Ruf als Brustzentrum (Friedrichshafen) beziehungsweise Beckenboden/Inkontinenzzentrum (Tettnang) erworben. Die beiden Chefärzte Dr. Christian Fünfgeld (Tettnang) und Dr. Hans-Walter Vollert (Friedrichshafen) werden diese Zentren weiter ausbauen, werden die gynäkologische Tumorchirurgie in Friedrichshafen praktizieren und natürlich auch den Bereich Geburtshilfe an beiden Standorten verantworten.

Pneumologie zieht nach Weingarten

Einige Bereiche wird es künftig nur noch an einem Standort, dann aber für die Patienten aller drei Krankenhäuser geben. So zog vor einigen Wochen die Pneumologie aus Friedrichshafen ans Krankenhaus 14 Nothelfer und in absehbarer Zukunft wird die Wirbelsäulenchirurgie von Friedrichshafen nach Tettnang wechseln. Ebenso die Plastische und Ästhetische Chirurgie. Die beiden Urologischen Abteilungen in Tettnang und Friedrichshafen, werden hier zentralisiert.
Radiologisch werden die beiden Krankenhäuser in Weingarten und Tettnang durch das Institut für Radiologie und Nuklearmedizin in Friedrichshafen unter Leitung von Prof. Dr. Kaare Tesdal fachärztlich mit betreut.   
Chefarzt Dr. Dietmar Craß trägt an allen drei Krankenhäusern als Zentrumsdirektor Anästhesie Verantwortung für diesen Bereich.

Neues kardiovaskuläres Zentrum in Weingarten

Die interventionelle Kardiologie des Klinikums Friedrichshafen genießt einen ausgezeichneten Ruf und wird ihre Kompetenz auch im neuen kardiovaskulären Zentrum am Krankenhaus 14 Nothelfer einbringen. Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger wird der Leiter des Zentrums, in dem Kardiologie und Angiologie eng zusammenarbeiten. Elektrophysiologischen Untersuchungen werden weiterhin in der Sektion EPU des Klinikums Friedrichshafen vorgenommen.   
Selbstverständlich wird es auch weiterhin in Friedrichshafen die Klinik für Kinder und Jugendliche mit der Sektion Pädiatrische Psychosomatik geben, bleibt das Adipositaszentrum mit der Sektion Adipositaschirurgie bestehen, werden Patienten in der Neurologischen Klinik und der dazugehörigen Sektion Geriatrische Rehabilitation behandelt.  

Krankenkassen begrüßen Konzept  

Auch im Strukturgespräch mit den Krankenkassen, also den Kostenträgern der Krankenhäuser, wurde das neue medizinische Konzept besprochen und für gut befunden.

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
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