Donnerstag, 2. Januar 2014

Klinikum Friedrichshafen ehrt Prof. Dr. Paul Schostok

Friedrichshafen (kf) Ehre für einen Mann der ersten Stunde: Mit einer Gedenktafel erinnert das Klinikum Friedrichshafen an die Verdienste seines ersten Ärztlichen Direktors, den vor vier Jahren verstorbenen Prof. Dr. Paul Schostok.
Enthüllten die neue Gedenktafel am Klinikum Friedrichshafen für Prof. Dr. Paul Schostok (von links): Prof. Dr. I. Kaare Tesdal (Ärztlicher Direktor), Johannes Weindel (Geschäftsführer) und Annelies Schostok. Bild: Klinikum FN

Am gestrigen Neujahrstag wäre der Mediziner 100 Jahre alt geworden – für Klinikum-Geschäftsführer Johannes Weindel ein würdiger Anlass, „eine bedeutende Persönlichkeit mit einer großen und nachhaltigen Strahlkraft“ zu ehren. Neben seinen Verdiensten in Forschung und Lehre habe Prof. Dr. Paul Schostok in Friedrichshafen den Grundstein für das heutige Klinikum gelegt: „Sein Krankenhaus, das er geplant und mit ungeheurer Energie vorangetrieben hat“, so Weindel.

Gedenktafel enthüllt
„Sein unermüdlicher Einsatz für die Patienten, seine überragende Leistung und sein Engagement für den Aufbau und die Entwicklung dieses Klinikums bleiben unvergessen“, lautet dann auch die Inschrift  auf der neuen Gedenktafel, die unter den Augen von Schostoks Ehefrau Annelies sowie zahlreicher ehemaliger Wegbegleiter, Kollegen, Freunde und Familienangehöriger auf dem Vorplatz des Klinikums feierlich enthüllt wurde.

Bewegtes Leben
Auch sein inzwischen vierter Nachfolger im Amt des Ärztlichen Direktors, Prof. Dr. I. Kaare Tesdal, verwies in seiner Laudatio auf die großen Verdienste Prof. Dr. Schostoks und skizzierte die wichtigsten Stationen einer bewegten und schaffensreichen Vita. In Oberschlesien in die Großfamilie eines Landwirts geboren führte ihn das Medizinstudium nach Breslau und Freiburg. Doch nach seinem Staatsexamen 1939 musste Schostok  in den Krieg, geriet in amerikanische Gefangenschaft und erhielt während seiner Zeit in den USA in einem großen Krankenhaus in Tennessee Einblicke in die moderne Medizin.

Große Verdienste

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland machte sich Paul Schostok zunächst an der Uni Gießen einen Namen, ehe er schließlich 1959 in Friedrichshafen eine Stelle als Chefarzt im damaligen Karl-Olga-Krankenhaus antrat. Seinem Motto „Gutes tut man nur durch Taten“ entsprechend sollte er in den Folgejahren die medizinische Versorgungslandschaft in der Zeppelinstadt maßgeblich prägen. Als Reaktion auf den Pflegekräftemangel gründete eine Krankenschwesterschule, daneben trieb er den Krankenhausneubau am heutigen Standort in Friedrichshafen-Manzell voran.

Erster Ärztlicher Direktor
Als erster Ärztlicher Direktor begleitete er dann auch zwischen 1975 und 1979 die Anfangsjahre des damaligen Städtischen Krankenhauses, dem er noch Zeit seines Lebens eng verbunden blieb – als ein „Vorbild in vielfältiger Hinsicht“, so der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Klinikums Friedrichshafen, Dr. Hans Joachim Simmendinger. Denn auch im „Unruhestand“ engagierte sich Paul Schostok  weiter. So war er als Werks- und Sportarzt aktiv und rief beispielsweise die Häfler Herzsportgruppe ins Leben.

Bewegende Worte
Mit bewegenden Worten blickte Schostoks Sohn Christoph im Namen der Familie auf das Leben seines Vaters zurück. Als dieser seinen 96. Geburtstag im Krankenbett verbringen musste, habe er noch gesagt: „Meinen Hundertsten feiere ich anders.“ Diesen Festtag zu erleben sei ihm zwar nicht mehr vergönnt gewesen. „Vielleicht“, so der Sohn, „nimmt er ja verborgen teil.“

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