Montag, 10. Januar 2011

Klinikum Friedrichshafen investiert 2,2 Millionen Euro in Da Vinci-Operationssystem

„Schonend operieren, schneller erholen und funktionserhaltend“
Der vierarmige „Da Vinci“ Operations-Roboterassistent

In den USA ist es bereits Standard: Die roboterassistierte Prostata-Operation mit dem „Da Vinci“. In Deutschland sind es keine 20 Kliniken, die diese OP-Methode anbieten – Die Klinikum Friedrichshafen GmbH gehört ab 2011 als erste in der Region Bodensee-Oberschwaben dazu.


Hauptnutzer werden die Urologen sein, aber auch für die Gynäkologen und die Allgemeinchirurgen ist der vierarmige OP-Roboter ein Meilenstein im medizinischen Fortschritt zum Wohle der Patienten weit über die Region hinaus. Alle drei Abteilungen werden das „Da Vinci“-System in der Tumorchirurgie nutzen.

„Unsere Urologen sind sehr fortschrittlich: Seit 2003 operieren sie in unserem Haus minimal-invasiv, zum Beispiel bei Nierenentfernungen und seit 2006 erfolgt die vollständige Prostataentfernung beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ebenfalls laparoskopisch. Das ist einzigartig in der Region und jetzt kommt die medizin-technische Finesse hinzu“, erklärt Johannes Weindel, Geschäftsführer der Klinikum Friedrichshafen GmbH. Die roboterassistierte Prostata-Entfernung wird als Ergänzung zur konventionellen Laparoskopie eingeführt. Rund 2,2 Millionen Euro investiert das Klinikum in diese High-End-Technik, die für Patienten viele Vorteile mit sich bringt. „Schonend operieren, schneller erholen und funktionserhaltend“, fasst Johannes Weindel zusammen.

Die „Da Vinci“-Operation verbindet die Vorteile eines laparoskopischen Eingriffes mit denen der offenen Schnittoperation. Dabei wird ein vierarmiger Roboterassistent vom Chirurgen manuell gesteuert. Die Bewegungsmöglichkeiten der Instrumente sind der menschlichen Hand nachempfunden, eine spezielle Telemanipulator-Technologie verfeinert zusätzlich die Handgriffe und sorgt für den absolut präzisen Einsatz der mikrofeinen Instrumente. Eine Hochleistungs-3D-Optik ermöglicht die räumliche Darstellung des OP-Feldes in einer bis zu zehnfachen Vergrößerung.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Patient profitiert von einem kleineren Gewebetrauma, früherer Kontinenz, einer hohen Potenzerhaltenden Rate und einer schnelleren Rekonvaleszenz. Dadurch ist die Mobilität des Patienten nach der Operation bald wieder hergestellt und seine Rückkehr in den Alltag entsprechend leichter“, erklären Dr. Wilhelm Esser-Bartels und  Dr. Claus F. Fieseler, Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie.

Bei der Umstellung auf die „Da Vinci“- Technologie ist es von großer Bedeutung, ob bereits laparoskopische Erfahrungen vorhanden sind. Denn bei den „Da Vinci“-Operationen handelt es sich um rein laparoskopische Prozeduren. Trotzdem werden die Urologen und das gesamte „Da Vinci“-OP-Team vor der ersten Operation im international renommierten Zentrum (IRCAD) in Strasbourg von den dortigen Spezialisten das nötige Handwerkszeug lernen.

„Mit der Anschaffung des Da Vinci-Systems fördert das Klinikum Friedrichshafen gezielt und folgerichtig die Weiterentwicklung einer im Haus bereits sehr gut etablierten innovativen Chirurgie“, so Dr. Esser-Bartels abschließend.

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