Donnerstag, 12. September 2013

Klinikum Friedrichshafen ist jetzt komplett zertifiziert

Friedrichshafen (kf) - Ein Gütesiegel der besonderen Art kann jetzt das Klinikum Friedrichshafen vorweisen: Es ist vom TÜV Süd mit dem Zertifikat DIN EN ISO 9001:2008 ausgezeichnet worden. Vier externe Gutachter hatten Ende Juli Qualität und Abläufe der verschiedensten Bereiche im Klinikum unter die Lupe genommen und bewertet. Ihr Urteil im Auditberichtlautet: „Die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten ist vorbildlich und wird entsprechend dem Leitbild der Klinik durchgeführt.“

„Wir sind sehr glücklich darüber, das geschafft zu haben“, sagte Geschäftsführer Johannes Weindel bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Das Besondere dabei: „Das Klinikum ist als Ganzes zertifiziert, von der Pflege bis zum Lager oder der Küche, von den medizinischen Bereichen bis zur Apotheke“. Damit werde Qualität messbar – zum Wohle des Patienten, betonte Weindel.

Dass ein solches Qualitätssiegel kein Selbstläufer ist, machte der Klinikumschef ebenfalls deutlich: „Qualität kommt von Qual.“ Es sei durchaus eine Herausforderung, sich einem solchen Verfahren zu stellen. Deshalb sei er dankbar, dass die 1100 Mitarbeiter aus allen Bereichen diese Herausforderung über einen Zeitraum von fast zwei Jahren angenommen hätten.

Die Fäden des Zertifizierungsprozesses liefen bei Margit Locher zusammen, der Qualitätsmanagementbeauftragten des Klinikums Friedrichshafen. „Seit August 2011 haben wir das gesamte Unternehmen durchforstet und gefragt: ,Was läuft gut, was läuft weniger gut?’“, schilderte Locher den Ablauf. 29 Qualitätsbeauftragte wurden ausgebildet, dazu neun interne Auditoren, „die sich kontinuierlich der Aufgabe annehmen, die Einhaltung der erarbeiteten Standards zu überwachen.“

Als Beispiel solcher Qualitätsstandards nannten Locher und Weindel für den medizinischen Bereich die Erstellung von leitlinienorientierten Behandlungsstandards. Im Pflegebereich beraten zum Beispiel Krankenschwestern oder -pfleger mit besonderen Fachkenntnissen, etwa in der Wundversorgung, ihre KollegInnen. Flächendeckend etabliert werden sollen zudem Einarbeitungskonzepte für neue Mitarbeiter, Systeme zur Fehlerfrüherkennung und -vermeidung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Bereiche soll weiter verbessert werden.

Besonders hervorgehoben wurde von den externen Auditoren die Unfallchirurgie des Klinikums, die auf „hohem Qualitätsniveau“ arbeite. Mit einem separaten Zertifikat wurden die Leistungen der Krankenhausapotheke ausgezeichnet,. Deren Leiterin Annegret Heintges war dies vor allem deshalb wichtig, weil ihre Apotheke nicht nur die 400 Betten in Friedrichshafen versorgt, sondern 3600 weitere Klinikbetten in ganz Oberschwaben und im Allgäu. „Diese Kliniken sind meist ebenfalls zertifiziert und achten auch bei ihren Kooperationspartnern auf dieses Qualitätsmerkmal.“ Mehr Qualität für den Patienten verspricht sich Heintges auch von der sogenannten Arzneimittelvisite – der Teilnahme von Apothekern an der Visite . Mit ihrem pharmazeutischen Sachverstand sollen sie die Mediziner unterstützen und damit die Arzneimittelsicherheit erhöhen.

Rund 100 000 Euro hat sich das Klinikum Friedrichshafen die Komplettzertifizierung samt externer Begleitung kosten lassen, rechnete Johannes Weindel vor. Drei Jahre behält das Zertifikat seine Gültigkeit, ein sogenanntes Re-Audit wird Jahr für Jahr die Einhaltung der festgelegten Standards überprüfen. „Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung“, machte der Klinikchef deshalb klar und versicherte: „Wir möchten unter schwierigen Rahmenbedingungen das Menschenmögliche tun. Unsere Patienten können sich darauf verlassen, dass sich Therapie und Pflege in Friedrichshafen sehen lassen können.“
 

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
info @klinikum-fn .de