Mittwoch, 9. April 2014

Klinikum Friedrichshafen übergibt Raum der Stille als muslimischen Gebetsraum Mescid

Friedrichshafen (kf) Seit Bestehen des Friedrichshafener Krankenhauses gibt es dort eine Kapelle. Aber in einer Region, in der mehr als 35 000 Muslime leben, ist es wichtig, auch für Nicht-Christen in einem Krankenhaus einen Ort für Gebete und Trauerbewältigung zu schaffen. Seit mehr als einem Jahr gibt es im Klinikum Friedrichshafen, im Übergangsbereich zum Mutter-Kind-Zentrum, einen "Raum der Stille". Jetzt wurde dieser offiziell an die Muslimische Gemeinde übergeben.
(von links): Assistenzärztin Sevilay Dastan-Bilda, Emel Coban (Dialogbeauftragte), Imam Serefettin Poyraz, Klinikum-Geschäftsführer Johannes Weindel, Pflegedirektor Oliver Schömann, Hüseyin Tuncay (muslimischer Vertreter im Integrationsausschuss der Stadt Friedrichshafen) und Hatice Demircan (Seelsorge und Islam-Unterricht) im offiziell eröffneten Gebetsraum des Klinikums.

Dialog zwischen Kulturen trägt Früchte

Die Ausstattung des Mescid sollte so einfach wie möglich sein, damit man sich auf die Gebete konzentrieren kann, erklärte Imam Serefettin Poyraz. Aus diesem Grund sei der Raum zwar schlicht, biete aber die Möglichkeiten für rituelle Waschungen sowie eine Abtrennung, damit Männer und Frauen gleichzeitig beten können. Für weibliche Besucher stehen mantelähnliche lange Kleider, Kopftücher und Gebetsketten zur Verfügung.

Johannes Weindel, Geschäftsführer des Klinikums Friedrichshafen, betonte bei der Übergabe, "ein Krankenhaus muss nicht nur medizinische Hilfe anbieten", sondern jeder Kultur und Glaubensrichtung die Möglichkeit geben, zu ihrem Gott zu beten. Er übergab der Muslimischen Gemeinde als Einweihungsgeschenk einen Gebetsteppich und einen Kur’an. Dank der Entscheidung des Aufsichtsrates, einen Mescid, also einen muslimischer Gebetsraum, einzurichten, seien die Zeiten, in denen die Gebete auf Krankenhausfluren oder Zimmern stattfinden müssen, nun vorbei. Ein Unternehmen mit über tausend Beschäftigten aus 31 Nationen kennt das Zusammenspiel verschiedener Kulturen und Rituale, was auch Sevilay Dastan-Bilda, Assistenzärztin der Frauenklinik, bestätigte.

Hüseyin Tuncay, muslimischer Vertreter im Integrationsausschuss der Stadt Friedrichshafen und Hatice Demircan, Seelsorge und Islam-Unterricht, dankten Johannes Weindel und Pflegedirektor Oliver Schömann für dieses Zeichen der Toleranz. Emel Coban wertete diesen Tag als ein positives Ergebnis des jahrelangen Dialogs in Friedrichshafen. Durch den Mescid, so Hüseyin Tuncay, seien zwei Türen geöffnet worden: eine Tür vom Herzen für den Weg zu Gott im Krankenhaus und eine andere Tür für die Region, da das Klinikum Friedrichshafen Pionierarbeit leiste.

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