Mittwoch, 18. Dezember 2013

Kräftebündeln zum Wohl der Patienten

Friedrichshafen/ Tettnang/ Isny - Klinikum Friedrichshafen und Waldburg-Zeil Kliniken forcieren ihre Bemühungen um die zukunftsweisende strategische Partnerschaft.
Ellio Schneider, Geschäftsführer Waldburg-Zeil Kliniken, (links) und Johannes Weindel, Geschäftsführer der Klinikum Friedrichshafen GmbH nach der Kreistags-Sitzung des Bodenseekreises.

Die Waldburg-Zeil Kliniken und das Klinikum Friedrichshafen wollen ihre langjährige Zusammenarbeit intensivieren. Der Kreistag des Bodenseekreises begrüßte in seiner Sitzung am Dienstagabend "nach wie vor und uneingeschränkt den Tausch von Geschäftsanteilen zwischen den beiden Klinikträgern", so der Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle, anschließend. Der Kreistag sieht in dem von der Klinikum Friedrichshafen GmbH und Waldburg-Zeil Kliniken vorgelegten medizinischen Konzept für die Zukunft der Klinik Tettnang eine große Chance. Darin sind sich alle Beteiligten – also der Bodenseekreis, die Stadt Friedrichshafen, die Waldburg-Zeil Kliniken und die Klinikum Friedrichshafen GmbH – einig. Nun gelte es, offene stiftungsrechtliche und gemeinnützige Detailfragen zu klären, weshalb ein zeitlicher Aufschub nötig werde.

Geplant ist die erste Kooperation zwischen einem öffentlichen und einem privaten Klinikträger in Baden-Württemberg überhaupt. Dass da bis zuletzt gemeinsam und intensiv unter Hochdruck am Vertragswerk gefeilt wird, unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Plans.

Basis der angestrebten Kooperation ist ein Anteilstausch beider Partner: Die Waldburg-Zeil Kliniken wären künftig am Klinikum, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Friedrichshafen, beteiligt. Die konkrete Höhe des Anteils steht noch nicht abschließend fest. Das Häfler Klinikum übernähme im Gegenzug 94,9 Prozent der Anteile an der Tettnanger Klinik. Der Bodenseekreis, seit 2006 Mitgesellschafter der bisherigen Waldburg-Zeil Klinik, würde seine 5,1 Prozent am Tettnanger Krankenhaus behalten.

Die Waldburg-Zeil Kliniken und das Klinikum Friedrichshafen sehen in engen regionalen Verflechtungen eine große Chance. Sie haben dabei vor allem die Versorgung der Bevölkerung mit einem breiten und zugleich wirtschaftlich sinnvollen medizinischen Angebotsspektrum im Blick. "Wir schätzen Friedrichshafen als verlässlichen Partner seit vielen Jahren", so Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken. "Wir denken in Versorgungsstrukturen für die Menschen in Oberschwaben und am See. Deshalb arbeiten wir über Landkreisgrenzen hinweg miteinander", erläutert der Waldburg-Zeil Klinikgeschäftsführer. Johannes Weindel, Geschäftsführer des Klinikums Friedrichshafen, ergänzt: "Unsere Patienten würden von der Partnerschaft mit einem privaten Träger profitieren. Sie könnten künftig noch passgenauer wohnortnahe Rehabilitationsangebote nutzen."

Für Schneider und Weindel ist die ungewöhnliche strategische Partnerschaft zugleich ein Signal an die Region, eingefahrene Gleise zu verlassen und neue Optionen wahrzunehmen, um in dem stark reglementierten Gesundheitsmarkt auch in Zukunft bestmögliche Versorgung für die Menschen gestalten zu können. "Ein breit aufgestelltes, gut in ein regionales Netzwerk eingebundenes Haus ist unter den heutigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen besser aufgestellt als mehrere einzelne Einrichtungen. Wichtig ist uns natürlich, dass in Tettnang weiterhin die Grund- und Regelversorgung auf gutem Niveau erhalten bleibt. Dies ist Bestandteil der Vereinbarung.", so Landrat Lothar Wölfle.
"Unser geplantes Zusammenwachsen ist wichtig für die Zukunft: Für die Gesundheitsversorgung der Patienten in der Region und der engen Nachbarschaft, aber auch für die Mitarbeiter in den drei Krankenhäusern", so Johannes Weindel. In Friedrichshafen sind es derzeit 1100 Arbeitsplätze, in Weingarten 320 und in Tettnang 450.

Die Waldburg-Zeil Kliniken haben in den vergangenen sieben Jahren erheblich in die Klinik Tettnang investiert. Das 140-Betten-Haus mit einem breiten Behandlungsspektrum ist eine stabile Größe in der Region in Sachen stationäre Grund- und Regelversorgung – und wird es auch künftig bleiben, so die strategischen Partner.

 

Info

Die Klinik Tettnang verfügt über 140 Betten, versorgt jährlich 7000 Patienten stationär und weitere 21 000 Patienten ambulant.  Das Leistungsspektrum umfasst mit Geburtshilfe, Orthopädie und Innere Medizin alle Disziplinen der Grund- und Regelversorgung. Darüber hinaus ist das Haus ein zertifiziertes Kontinenzzentrum mit bundesweitem Ruf, Diabetes- und Bauchzentrum. Bisheriger Träger der Klinik sind die Waldburg-Zeil Kliniken, ein privater Klinikverbund mit 3500 Mitarbeitern in 16 Einrichtungen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt.

Das Klinikum Friedrichshafen ist ein Krankenhaus der Zentralversorgung mit 370 Betten im der Akutkrankenhaus sowie 28 Betten in der Geriatrischen Rehabilitation, zehn Kliniken und Instituten sowie acht Sektionen. Jährlich werden annähernd 20 000 stationäre und 35 000 ambulante Patienten versorgt. Das Klinikum ist seit 2013 zertifiziert und betreibt in Kooperation mit dem Klinikum Konstanz das zertifizierte Brustzentrum. Im Sommer 2013 übernahm die Klinikum Friedrichshafen GmbH das Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten mit 160 Betten und rund 7000 Patienten pro Jahr.   

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