Mittwoch, 14. November 2012

Patiententag Elektrophysiologie (EPU)

Das "Stolperherz" ist Thema beim Patiententag im Klinikum Friedrichshafen


Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Anfang Mai 2012 hielt die Sportwelt einmal mehr den Atem an: Der norwegische Europa- und Weltmeister im Schwimmen, Alexander Dale Oen, starb an einem Herzinfarkt in Folge einer bis dahin nicht erkannten koronaren Herzerkrankung. Mit 27 Jahren im vorbereitenden Trainingslager für die Olympischen Spiele in London. 

Vielleicht hatte er zuvor Herzrhythmusstörungen, hatte ein "Stolperherz", so wie viele andere Menschen auch. Sie allen leiden möglicherweise an Herzrhythmusstörungen, häufig schon von Geburt an, manchmal lange Zeit unentdeckt. Die Diagnose ist schwierig. Bei Arztbesuchen, selbst im Langzeit-EKG schlägt das Herz unauffällig und gleichmäßig. Aber die Beunruhigung bleibt, denn die Störungen kommen immer wieder.

Wenn das Herz aus dem Takt gerät, kann das ganz schön beunruhigend sein. Vor allem, wenn der Arzt keine Ursache dafür findet. Hilfe bekommen Patienten mit Herzrhythmusstörungen seit einigen Monaten im Klinikum Friedrichshafen im hochmodernen EPU-Labor können durch eine elektrophysiologische Untersuchung auch verborgene Ursachen ausfindig gemacht werden. Am Samstag, 24. November, gibt es ab 11 Uhr im Klinikum Friedrichshafen (Konferenzräume) einen Patiententag mit Vorträgen und Besichtigungen rund um das Thema.

Neueste Technik zur Diagnostik

Dr. Hansjörg Bauerle, seit 2010 Leiter der Sektion EPU,  kennt viele solcher Geschichten, von männlichen und weiblichen Patienten, jungen und alten. Bauerle, Internist und Kardiologe, agiert im EPU-Labor. Im Frühjahr 2012 in Betrieb genommen, bietet es mit einem Linksherzkatheter-Messplatz und einer Anlage zur 3-D-Rotationsangiographie die neueste Technik zur Diagnostik und Behandlung aller Arten von Herzrhythmusstörungen, vom gelegentlichen "Herzstolpern" bis zum gefährlichen Vorhofflimmern. "In vielen Fällen ist mit Hilfe der EPU nicht nur die Diagnose, sondern auch eine Heilung möglich", sagt Dr. Bauerle.

Bei der Untersuchung werden mit Hilfe geringer elektrischer Impulse Rhythmusstörungen provoziert. Über Röntgenaufnahmen können die für die Störungen verantwortlichen Gewebezellen geortet und gegebenenfalls sofort „verödet“ werden. Das Risiko des Eingriffs ist gering, in der Regel ist nur ein kurzer stationärer Aufenthalts nötig.

Durch eine Kooperation mit dem Landeskrankenhaus Feldkirch profitieren auch Vorarlberger Patienten von der neuen Medizintechnik. Seit April untersucht und behandelt Dr. Bauerle dort Patienten im Feldkircher Herzkatheterlabor. Dieses Angebot geht zurück auf die Zusammenarbeit Dr. Bauerles mit Primar Univ.-Doz. Dr. Werner Benzer im Rahmen des von der EU geförderten Kardiologischen Netzwerks Bodensee.

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
info @klinikum-fn .de