Freitag, 1. Juni 2012

Pflege und Therapie gehen Hand in Hand

10 Jahre Geriatrische Reha am Klinikum Friedrichshafen
Dr. Ursula Winkler und Jutta Gärtner-Sturm sind für die Patienten der Geriatrischen Rehabilitationsklinik des Klinikums Friedrichshafen erste Ansprechpartner. Bild: Klinikum

Seit zehn Jahren gehört zum Klinikum Friedrichshafen eine Geriatrische Rehabilitationsklinik. Besonders ältere Menschen werden hier von einem interdisziplinären Team nach einer akuten Situation, wie einem Schlaganfall oder einer Fraktur, gefördert und trainiert, um für das Leben zu Hause wieder fit zu werden.

Eine ältere Frau geht am Rollator vorsichtig den Flur entlang, eine Gruppe von Senioren macht Übungen mit Bällen, die Tische im Speiseraum sind gedeckt für den Nachmittagskaffee. In der Geriatrischen Rehabilitationsklinik (Reha) in der vierten Etage des Klinikums herrscht eine ruhige, entspannte Atmosphäre. In einigen Räumen, etwa im Fernsehzimmer, erwartet den Besucher ein atemberaubender Blick auf den Bodensee.

Es ist zehn Jahre her, dass die Geriatrische Reha Teil des Klinikums wurde und vor sieben Jahren konnten die Räume im Klinikum, individuell auf die Bedürfnisse älterer Menschen und der nötigen Therapien eingerichtet, bezogen werden. Den Patienten, die meisten sind 75 Jahre und älter, stehen insgesamt 28 Plätze zur Verfügung. Aufnahmegründe gibt es viele: häufig sind es Brüche im Oberschenkel und Hüftbereich, Schlaganfälle, aber auch Operationen oder Gehstörungen, etwa aufgrund einer Parkinsonerkrankung. „Zu 95 Prozent kommen unsere Patienten aus Akutkrankenhäusern“, erklärt Dr. Ursula Winkler, verantwortliche Ärztin der Geriatrischen Reha und weiß, dass es Patienten aus dem Klinikum Friedrichshafen, der Klinik Tettnang, aus Überlingen und Konstanz sowie Ravensburg und Ulm sind.

Ganz wichtig bei der Aufnahme ist, dass die Person Reha-willig und -fähig ist. Nur wenn die jeweilige Krankenkasse den Reha-Antrag bewilligt hat, entwickelt ein Team aus Arzt, Pflege und Therapeuten das auf den Patienten abgestimmte Programm. „Ziel der Reha ist, dass unsere Patienten alleine, mit Hilfe von Angehörigen oder eines Pflegedienstes zu Hause wohnen können“, erklärt Dr. Ursula Winkler. „Wir bemühen uns, den Patienten dafür individuell zu fördern, aber nicht zu überfordern“, ergänzt Jutta Gärtner-Sturm, die pflegerische Leitung. „Pflege und Therapie arbeiten dabei Hand in Hand.“ Die Geriatrische Reha ist Teil der Neurologischen Klinik des Klinikums, die Chefarzt Prof. Dr. Roman Huber leitet. Neben Pflege und Therapie wird im Klinikum eben auch die medizinische Behandlung sichergestellt. „Durch die Nähe zum Akutkrankenhaus kann der Patient bei Problemen rasch behandelt und eventuell verlegt werden“, so Dr. Ursula Winkler. 

Oft sind es kleine Schritte, mit denen die Patienten lernen, sich wieder sicherer zu bewegen, längere Strecken zurückzulegen und für ihr zu Hause mobil zu werden. Um die Mobilisierung zu fördern, gibt es auf den Zimmern keine TV-Geräte. Die Patienten müssen sich zum Fernsehraum auf den Weg machen.

Einzeln oder in Gruppen werden außerdem Koordination und Gleichgewicht trainiert, im Bewegungsbad wird trainiert, Krankengymnastik und Massagen gehören dazu, Logopäden helfen bei Schluck- oder Sprachstörungen. Manche Patienten absolvieren auch ein Bus- oder Treppentraining und üben hauswirtschaftliche Tätigkeiten neu.

„Auch die heimatnahe Versorgung durch uns ist von großem Vorteil“, meint Dr. Winkler weiter, denn die Angehörigen werden eng in die Reha eingebunden, um sie so auf die Betreuung und Pflege zu Hause vorzubereiten, unter anderem auch durch die nötige Hilfsmittelversorgung.

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
info @klinikum-fn .de