Dr. Marion Maier, Oberärztin in der MCB-Klinik Tettnang, fordert zur Blutspende auf

Tettnang (MCB) Tag für Tag werden in Deutschland zirka 15.000 Blutspenden benötigt. Auch in der Klinik Tettnang, einem Haus des „Medizin Campus Bodensee“, werden Patienten jährlich im Schnitt mit 500 Blutkonserven versorgt. „Leider denkt man über dieses Thema oft erst nach, wenn man selbst oder ein Angehöriger eine Bluttransfusion braucht“, weiß Oberärztin Dr. Marion Maier, Sektionsleiterin der Zentralen Notaufnahme der Klinik.

Ein schwerer Unfall, eine größere, geplante Operation, Geburtskomplikationen oder bestimmte Tumorerkrankungen – die Ursachen für eine Bluttransfusion sind vielfältig. Jederzeit kann die Situation eintreten, dass man selbst auf Spenderblut angewiesen ist. Während der gesunde Körper kleinere Blutverluste durch eine vermehrte Neubildung von Blut ersetzt, reichen die Kompensationsmöglichkeiten bei größerem Blutverlust unter Umständen nicht mehr aus. „Ständig bevorraten wir in der Klink Tettnang zirka 20 Blutkonserven, wobei  die Blutgruppe Null rhesus negativ immer vorgehalten wird“, berichtet Dr. Maier. „Als Universalspender passt Blutgruppe für jeden Patienten.“

Verschiedene Tests im Vorfeld

Vor jeder Blutübertragung wird die Blutgruppe des Patienten im Labor des Krankenhauses ermittelt. Durch verschiedene Tests direkt im Vorfeld der Transfusion, zum Beispiel die Kreuzprobe, wird die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerbluts abgesichert. Zudem werde vom Arzt, der die Bluttransfusion gibt, nochmals die Blutgruppe getestet, damit jeder Patient „sein“ Blut bekomme, erläutert die Fachärztin für Innere Medizin und Anästhesie. So werde das Möglichste getan, um etwaige Komplikationen beziehungsweise Verwechslungen zu verhindern.

"Krankenhäuser in der Region unterstützen sich gegenseitig mit Blutkonserven"

Obwohl die Zahl der Blutspender eher rückläufig ist, kommt es in der Klinik Tettnang nur selten zu wirklichen Engpässen. Gebe es beispielsweise bei einer Geburt schwere Komplikationen mit hohem Blutverlust, schicke die Blutspendezentrale des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ulm Blutkonserven mit dem Rettungswagen auf schnellstem Weg in Richtung Bodensee. „Grundsätzlich unterstützen sich die Krankenhäuser in der Region auch gegenseitig mit Blutkonserven“, erklärt Maria Hummel, Leiterin des Krankenhaus-Labors.

„Die Versorgung der Patienten mit Blutpräparaten ist nur möglich, weil es Menschen gibt, die Blut spenden“

Allerdings kann es auch in den MCB-Häusern in Friedrichshafen, Tettnang und Weingarten vorkommen, dass geplante Operationen, bei denen ein hoher Blutverlust zu erwarten ist, verschoben werden müssen, da nicht genügend Blutkonserven zur Verfügung stehen. „Die Versorgung der Patienten mit Blutpräparaten ist nur möglich, weil es Menschen gibt, die Blut spenden“, bringt Dr. Maier die Situation auf den Punkt. Ist es doch bislang nicht gelungen den roten Lebenssaft künstlich herzustellen. Umso wichtiger sei der verantwortungsbewusste Umgang mit Blut und Blutbestandteilen wie Plasma.

„Man gibt etwas von sich, teilt es und kann ganz unmittelbar helfen"

Zur Blutspende möchte die Fachärztin vor allem auch jüngere Menschen motivieren: „Man gibt etwas von sich, teilt es und kann auf diese Weise ganz unmittelbar helfen. Es tut nicht weh, kostet nicht viel Zeit und nebenbei erfährt man mehr über den eigenen Gesundheitszustand, da jede Spende unter anderem auf Hepatitis und HIV untersucht wird.“ Geld gibt es für die Blutspende in Deutschland übrigens nicht. Zum einen aus Sicherheitsgründen mit Blick auf die Empfänger. Man möchte aber auch nicht, dass ein Spender durch zu viele Blutspenden seine eigene Gesundheit gefährdet.

Etwa 500 Blutkonserven werden jährlich in der Klinik Tettnang benötigt: Oberärztin Dr. Marion Maier (links), Sektionsleiterin der Zentralen Notaufnahme, und MTLA Christiane Lanz sind froh, dass es nur selten zu Engpässen kommt. Bild: MCB

Etwa 500 Blutkonserven werden jährlich in der Klinik Tettnang benötigt: Oberärztin Dr. Marion Maier (links), Sektionsleiterin der Zentralen Notaufnahme, und MTLA Christiane Lanz sind froh, dass es nur selten zu Engpässen kommt.

Bild: MCB

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