Friedrichshafen (MCB) „Was hätten wir gemacht, ohne Sie“ – die Augen von Fatma Shair strahlen noch mehr als sonst, wenn sie von Ihren Einsätzen im Klinikum Friedrichshafen erzählt. Seit Anfang Dezember wird die 44-jährige gebürtige Libanesin mehrmals täglich als Dolmetscherin gerufen, von der Chirurgischen Ambulanz, von der Kinderklinik oder in den Kreißsaal …

„Manchmal bin ich gerade auf dem Nachhauseweg, da klingelt mein Telefon und schon drehe ich um und bin wieder auf dem Weg ins Klinikum“, lacht die fünffache Mutter und man merkt ihr an, dass dies kein Stress ist, sondern sie sehr erfüllt.

Fatma Shair wohnt mit ihrer Familie in der Nähe des Klinikums und fühlte sich der Klinik für Kinder und Jugendliche besonders eng verbunden, seit man sich hier vor vielen Jahren intensiv um eines ihrer Kinder gekümmert hat. Seither hatte sie immer das Bedürfnis, etwas zurückzugeben.

Nicht ganz leicht, ohne Berufsausbildung für die Frau, die sechs Jahre alt war, als ihre Familie 1979 vor dem Krieg im Libanon floh. Sie hat als Wochenendhelferin im Klinikum gearbeitet, konnte dies aber wirklich gut mit ihrer Familie unter einen Hut bringen. Doch als vor einigen Wochen ihre Tochter, die im Medizinischen Versorgungszentrum des Klinikums zur Medizinischen Fachangestellten ausgebildet wird, erzählte, dass sie immer wieder als Dolmetscherin angefragt wird, „und dabei fehlen ihr doch noch viele Fachbegriffe der Medizin“, da war Fatma Shair schnell klar, dass sie gefragt sein könnte. Also meldete sie sich eigeninitiativ bei der Personalleitung des Klinikums und dann ging alles ganz schnell. Auch wenn sich in den drei Krankenhäusern des „Medizin Campus Bodensee“ Mitarbeiter aus 49 Nationen finden und viele, die während ihrer Arbeitszeit dolmetschen,  reicht es nicht aus und eine unbürokratische Lösung war gefragt.    

„Ich nehme diese Aufgabe sehr ernst, denn es geht ja um die Gesundheit“, sagt sie und ergänzt  glücklich: „und ich liebe es“. Das Feedback, dass sie von Ärzten, Pflegekräften und vor allem auch den syrischen und anderen Flüchtlingen bekommt, ist überwältigend und hochverdient. Zwei Geburten hat sie bereits miterlebt – im Kreißsaal war es wichtig, die Aufforderungen der Hebamme an die Kreißende richtig zu übersetzen. Sie hat sich eine Liste mit den arabischen Namen aller Organe besorgt, denn sie will und muss sprachlich dazulernen. Natürlich gibt es auch traurige Momente, die ihr lange nachgehen. Wenn Sie Kinder begleitet, die in ihrer Heimat seelische und körperliche Verletzungen durch den Krieg oder Explosionen erfahren haben.

Fatma Shair beschränkt sich aber nicht nur auf das Übersetzen, sieht sich ein bisschen als Vermittlerin zwischen den Kulturen. „Ich bin ziemlich deutsch“, gesteht sie und „ich sage, wenn du einen Termin hast, sei pünktlich. Und wenn du lächelst, bekommst du euch ein Lächeln zurück“. Das Frauen in Deutschland gleichberechtigt sind, vermittelt sie ebenso wie die Anmeldeformalitäten eines Neugeborenen. Jeder, der Fatma Shair trifft merkt ihr an, dass diese Aufgabe sie erfüllt und glaubt ihr, wenn sie sagt: „Ich möchte gerne etwas zurück geben. Damals hat man meiner Familie und mir geholfen und heute helfe ich wo ich kann“.

Fatma Shair freut sich, dass sie im Klinikum Friedrichshafen vielen helfen kann.

Fatma Shair freut sich, dass sie im Klinikum Friedrichshafen vielen helfen kann.

Bild: MCB

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