High-Tech-Verfahren am Klinikum Friedrichshafen hat sich bewährt

Friedrichshafen (kf) Schonend und effektiv: Seit zwei Jahren behandeln Ärzte im Klinikum Friedrichshafen Patienten mit chronischem Sodbrenne (Reflux) mit einer neuen innovativen OP-Methode – dem LINX®-System. Die Ergebnisse sind äußerst positiv: Über 90 Prozent der Häfler Patienten wurden mit Hilfe eines implantierten Magnetringes dauerhaft von ihren Symptomen befreit.

Volkskrankheit Sodbrennen: Rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von der sogenannten gastroösophagealen Reflux-Krankheit – kurz: GERD – betroffen. Dabei gelangt Magensäure wegen eines zu schwachen Schließmuskels ungewollt in die Speiseröhre. Die Folgen sind neben Sodbrennen auch Halsentzündungen, Husten und Brustschmerzen. Diese Erkrankung ist nicht nur unangenehm, sondern kann bei fehlender Behandlung ernsthafte Komplikationen bis hin zum Speiseröhrenkrebs nach sich ziehen.

Normalerweise werden Reflux-Patienten mit Medikamenten behandelt – wobei diese aber oft nur zu einer kurzfristigen Linderung der Symptome führen. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird in der Regel zu einer Operation geraten. Zu den gängigen Methoden zählt hier insbesondere das sogenannte Manschettenverfahren, bei dem ein Teil des Magens um die Speiseröhre gelegt wird. Eine innovative Alternative zu den herkömmlichen OP-Verfahren bietet seit einigen Jahren das LINX®-Reflux-Managementsystem. Dabei wird ein flexibler magnetischer Ring aus Titanperlen um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt. „So kann der Rückfluss der Magensäure auf unkomplizierte und schonende Weise gestoppt werden“, erklärt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Thorsten Lehmann, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Friedrichshafen und erfahrener Experte in Sachen GERD-Behandlung. Der Vorteil: „Es gibt keine anatomische Veränderung des Magens und der Speiseröhre.“

Der minimal-invasive Eingriff (Schlüsselloch-OP) dauert in der Regel weniger als eine Stunde. „Die Patienten können schon einen Tag später wieder normal essen und nach einer Woche ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen”, betont Dr. Lehmann die Vorzüge der Methode. Seine Bilanz nach zwei Jahre LINX®-System-Einsatz am Klinikum ist äußerst positiv: „Über 90 Prozent unserer Patienten wurden dauerhaft von ihren Symptomen befreit.“ Das heißt: Sie konnten ihre Medikamente gegen GERD vollständig absetzen, und ihre Lebensqualität wurde erheblich gesteigert.

Das Klinikum Friedrichshafen ist eines von deutschlandweit 20 auf Reflux spezialisierten Zentren, die das LINX®-System in der Anti-Reflux-Chirurgie einsetzen. Kürzlich erhielt das High-Tech-Verfahren auch die entsprechende CE-Zertifizierung, die MRT-Untersuchungen (mit dem 1,5 Tesla MRT) jetzt auch für Patienten mit LINX® möglich macht.

Priv.-Doz. Dr. med. Thorsten Lehmann, Chefarzt
Priv.-Doz. Dr. med. Thorsten Lehmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
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