Fünf Jahre Sektion Pädiatrische Psychosomatik am Klinikum Friedrichshafen

Friedrichshafen (kf) Ein Junge, der nicht mehr wächst und nicht mehr zunimmt. Welche Ursachen haben seine Appetitlosigkeit (Anorexie) oder ist er magersüchtig? Weil die Kinderärzte alle somatische Symptome abgeklärt und ausgeschlossen haben, fordern sie eine kollegiale Beratung (Konsil) bei der SINOVA an. Hier wird die schwer psychisch erkrankte Mutter des Jungen engmaschig betreut. Mutter und Sohn sind sehr symbiotisch, deshalb ist es denkbar, dass die Probleme des Jungen eng an die der Mutter gekoppelt sind.

„Kinder sind oft die Symptomträger der Eltern“, sagt Alexandra Scheit, die die Sektion Pädiatrische Psychosomatik am Klinikum Friedrichshafen leitet und dies an Beispielen aus dem Klinikalltag verdeutlichen kann.

Im November 2015 wird die Sektion Pädiatrische Psychosomatik im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Friedrichshafen fünf Jahre alt. Das deutschlandweit einmalige integrative Konzept verbindet die ambulante und stationäre Versorgung von psychosomatisch erkrankten Kindern und Jugendlichen vorbildlich. „Ein echter Gewinn für Familien und vor allem für unsere jungen Patienten“, sagt Dr. Udo Radlow, bis Mai 2015 Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche des Klinikums.

Seit der Inbetriebnahme der SINOVA-Klinik auf dem Medizin Campus Bodensee und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum wurde die Versorgung weiter optimiert, denn Kinder- und Jugendpsychiater, Kinderärzte und Erwachsenen-Psychiater, die oftmals die Eltern der Kinder und Jugendlichen behandeln, setzen gemeinsam alles daran, die Familien zu unterstützen.

„Wir wollen das System so stärken, dass es sich tragen kann“, erklärt Dr. Dagmar Höhne, Kinder- und Jugendpsychiaterin sowie Psychotherapeutin aus Friedrichshafen. Das funktioniert in diesem integrativen Versorgungsmodell beispielhaft und wird auch vom Gesetzgeber gefordert. „Es ist gut, dass das Klinikum von Anfang an so offen war“, erinnert sie sich an die konstruktiven Vorgespräche vor einigen Jahren. Auf der einen Seite sollen die Eltern gestärkt werden, auf der anderen Seite müssen die Kinder so stark gemacht werden, dass sie mit ihrem Leben mit kranken Eltern klar kommen.

Das Angebot richtet sich an die ganze Region, auch wenn es sich bis in den hohen Norden der Republik bekannt ist. „Wir bekommen immer wieder Anfragen aus Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern“, weiß Alexandra Scheit. Doch im Mutter-Kind-Zentrum wird und soll die lokale Patientenversorgung gesichert werden und der Bedarf ist nicht nur da, sondern wächst stetig.

Zu den Patienten gehören auch so genannte Adoleszente, also junge Menschen, die nicht mehr ganz Kind und aber auch noch keine Erwachsenen sind. Für sie wurde in den Unterricht an der Krankenhausschule auch die „Berufsfindung“ integriert – ein wichtiger Baustein für das Leben „danach“. 

Partner bei der Betreuung psychosomatisch erkrankter Kinder und Jugendlicher in Friedrichshafen und der Region:

  • Dr. Dagmar Höhne, Kinder- und Jugendpsychiaterin sowie Psychotherapeutin
  • Dipl.-Psychologin Hannemann (Esstörungen)
  • Pädiatrie im Klinikum Friedrichshafen
  • Pädiatrische Psychosomatik im Klinikum Friedrichshafen
  • Elternseminare in der Praxis

Literatur zum Thema

„Gruppentherapie bei Jugendlichen mit Essstörungen - Ein Manual zur Behandlung von Patienten mit bulimischen und anorektischen Essstörungen“, 2011, Verlag Kohlhammer

Dr. Udo Radlow, ehemaligen Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche,  Dr. Dagmar Höhne, Kinder- und Jugendpsychiaterin sowie Psychotherapeutin und Klinikums-Geschäftsführer Johannes Weindel bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages vor fünf Jahren. Bild: KLinikum

Dr. Udo Radlow, ehemaligen Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche,  Dr. Dagmar Höhne, Kinder- und Jugendpsychiaterin sowie Psychotherapeutin und Klinikums-Geschäftsführer Johannes Weindel bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages vor fünf Jahren. Bild: Klinikum

Alexandra Scheit, Leiterin der Sektion Pädiatrische Psychosomatik

Alexandra Scheit, Leiterin der Sektion Pädiatrische Psychosomatik

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