Gebärmutter muss nicht immer entfernt werden

MCB-Frauenklinik Friedrichshafen/Weingarten setzt auf schonende Goldnetz-Therapie bei starken Blutungen

Friedrichshafen (MCB) Bei der Behandlung von zu starken oder zu lange anhaltenden Monatsblutungen blieb lange Zeit oftmals nichts anders übrig, als eine Entfernung der Gebärmutter. Inzwischen gibt es minimal-invasive Alternativen, die schonender sind und den Erhalt des Uterus gewährleisten. Dr. Hans-Walter Vollert, Zentrumsdirektor und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Friedrichshafen/Weingarten des Medizin Campus Bodensee (MCB) sieht in der „Gold Netz-Therapie“ eine erfolgreiche minimal-invasive Lösung für seine Patientinnen.

Ambulanter Eingriff ohne Komplikationen

Die Endometriumablation mit dem Nova Sure ist eine ambulante operative Option die sehr gut ankommt. Der erfahrene Gynäkologe weiß aus vielen Gesprächen mit Patientinnen, wie erleichtert Frauen darüber sind, dass die Kosten für diese organerhaltende Behandlungsmethode für MCB-Patientinnen von mehreren gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Seit Einführung der Methode am MCB vor mehr als vier Jahren verliefen alle NovaSure-Therapien komplikationslos. 

Immerhin sind rund 20 Prozent aller Frauen zwischen 30 und 49 Jahren betroffen. 

Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Folgen der Regelblutungen mit einer Dauer von sieben oder mehr Tagen, bei denen der monatliche Blutverlust doppelt so hoch ist wie bei normalen Blutungen (Menorraghie), sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Ursachen für eine Menorrhagie können organische Veränderungen im Bereich der Gebärmutter oder hormonelle Störungen sein, seltener sind auch Bluthochdruck, Nieren- und Herzerkrankungen sowie Blutgerinnungsstörungen.

Alternative zur Gebärmutterentfernung

Die Therapie orientiert sich an der Ursache: Liegen organische Veränderungen wie Myome oder Polypen vor, gilt es zunächst mit Hilfe einer Kürettage, also einer  Ausschabung, von der Gebärmutterschleimhaut eine Gewebeprobe zu gewinnen, die dann auf möglicherweise bösartige Veränderungen überprüft wird. Auch bei einer gutartigen Veränderung wird oft eine Entfernung der Gebärmutter als Therapie vorgeschlagen. Das führt dazu, dass großer Teil der jährlich rund 150.000 Gebärmutterentfernungen in Deutschland nur aufgrund von Blutungsstörungen vorgenommen wird. 

Eingriff dauert nur etwa 12 Minuten

Mit der bipolaren Endometrium-Ablation können Blutungsstörung ohne vorhandene Polypen oder Myome behandelt werden. Ohne hormonelle oder chirurgische Vorbehandlung der Gebärmutter wird - auch während der Regelblutung und ohne einen einzigen Schnitt - die blutungsverursachende Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verödet. 90 Sekunden dauert diese Verödung durch die so genannte Goldnetz-Elektrode, der gesamte Eingriff etwa zwölf Minuten. 

Erspart oft "Totaloperation"

„Diese Methode eignet sich allerdings nur für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch, ist aber auch bei Risikopatientinnen mit Blutgerinnungsstörungen und Herzerkrankungen einsetzbar“, so Dr. Hans-Walter Vollert, der sich für die Einführung  Patientinnen schonender Verfahren stark gemacht hat, denn erspart diese doch vielen Frauen eine möglicherweise unnötige „Totaloperation“.

Bildunterschrift

Dr. Hans-Walter Vollert, Zentrumsdirektor und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Friedrichshafen/Weingarten des Medizin Campus Bodensee (MCB)

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