„Da Vinci Zentrum“: Klinikum Friedrichshafen investiert 2,2 Millionen Euro in die nächste Generation der roboterassistierten Chirurgie

Friedrichshafen (MCB) Im Klinikum Friedrichshafen ist seit mehr als fünf Jahren der vierarmige da Vinci® Si HD-Operationssystem im Einsatz. Mit dieser hochentwickelten minimalinvasiven Operationstechnik setzte das Klinikum schon 2011 im Sinne seiner Patienten einen Meilenstein des medizinischen Fortschritts. Jetzt wird der OP-Roboter von der nächsten Generation – dem da Vinci® Xi Surgical System – abgelöst.

„Unsere Chirurgen, Gynäkologen und Urologen werden von einem verbesserten Instrumentarium, einem noch besseren Endoskop sowie beweglichen Instrumententrägern, die eine noch einfachere und für die Patientin schonendere Operation ermögliche, profitieren“, erklärt Geschäftsführer Johannes Weindel. Das Klinikum Friedrichshafen investiert 2,2 Millionen Euro in das neue OP-System das das Herz des Da-Vinci-Zentrums in Süddeutschland ist, „damit die Patienten von der derzeit fortschrittlichsten Operationsmethode profitieren können“, so Johannes Weindel weiter.

Umfangreiche Schulungs- und Testphase

Wenn in wenigen Tagen die ersten Patienten mit dem neuen da Vinci operiert werden, liegt hinter den Operateuren eine umfangreiche Schulungs- und Testphase mit dem neuen System: „Bisher haben wir bereits über 770 Patienten erfolgreich mit Unterstützung des OP-Roboters operiert und sind damit eine der führenden Kliniken Deutschlands, vor allem auf dem Gebiet der Urologie“, so Weindel.

Trotz der umfangreichen Erfahrungen mussten sich die Operateure auf den Einsatz des neuen Roboters umstellen und die erweiterten Funktionen genau kennenlernen, bevor sie mit ihm operieren. Daher wurden alle Operateure intensiv im Umgang mit dem da Vinci XI-System geschult, haben trainiert und den Roboter dabei ausgiebig getestet. Außerdem kaufte das Klinikum einen Simulator für die Aus- und Fortbildung der Ärzte, ähnlich den Simulatoren für Piloten. „Dies ist besonders wertvoll für die Ausbildung. Der Da-Vinci-Simulator erhöht und beschleunigt die Lernkurve der jungen Ärzte“, erklärt der Geschäftsführer.

Patienten profitieren

Egal, ob altes oder neues da Vinci-Operationssystem, die Patienten profitieren von geringerem Blutverlust, haben weniger Schmerzen und erholen sich meist deutlich schneller, als bei herkömmlichen Operationsmethoden. Aber auch für die Operateure sei eine robotergestützte Operation vorteilhaft: „Die Kamera bietet ein gestochen scharfes Bild in 3D direkt vom Operationsgebiet, die Roboterarme lassen sich noch flexibler als die eigenen Hände einsetzen und sind zudem ermüdungsfrei, außerdem sitzt der Operateur in einer ergonomisch optimalen Position und kann selbst während stundenlanger, komplexer Eingriffe in entspannter Körperhaltung hochkonzentriert arbeiten“, so Dr. Carsten Sippel, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie. Vor einer Operation würden natürlich immer alle Optionen geprüft: Ist eine herkömmliche Methode zielführender, wird auf diese zurückgegriffen. 

Operieren mit digitaler Präzision

Bei der Operation mit dem da Vinci®-Operationssystem sitzt der Chirurg an einer Steuerkonsole, etwas entfernt vom Operationstisch. Über zwei Bedienelemente für die Finger steuert  er die Instrumente, die sich an speziellen Roboterarmen befinden und zuvor über kleinste Schnitte in den Körper eingebracht wurden. Über ein dreidimensionales HD-Videobild sieht der Arzt das Operationsgebiet zehnfach vergrößert, zusätzlich gibt es einen zwei- und vierfachen digitalen Zoom. Zudem ermöglicht die Elektronik des da Vinci®-Systems eine individuelle  Einstellung bei der Übersetzung der Handbewegungen  des Operateurs. Die Bewegungen erfolgen dadurch zitterfrei und präzise auf kleinstem Raum.

Informationen zum „da Vinci® XITM“-Chirurgiesystem

Das neue „da Vinci Xi“-Chirurgiesystem von Intuitive Surgical, Inc. wurde für komplexe Operationen im gesamten Bauchraum optimiert und kann dadurch bei einer Vielzahl minimalinvasiver Eingriffe eingesetzt werden. Es bietet im Vergleich zu seinen Vorgängern mehrere Detailverbesserungen. Dazu gehören unter anderem neu ausgeführte Instrumentenarme, die von nahezu jeder Position aus den optimalen Zugang zur Operationsstelle ermöglichen, ein kompakteres digitales Endoskop, das noch schärfere Bilder als bisher liefert, sowie dünnere Roboterarme mit neuen Gelenken, die über eine noch größere Beweglichkeit verfügen. Neue, längere Instrumententräger gestatten zudem eine größere Reichweite im Körper des Patienten.
 
Das Xi-Chirurgiesystem enthält neue Funktionen, die entwickelt wurden, um komplexe Mehr-Quadranten-Operationen zu erleichtern. Viele der neuen Eigenschaften basieren auf Rückmeldungen führender Chirurgen, die ihren Patienten sichere und wirksame minimalinvasive chirurgische Operationen anbieten möchten


Die umfangreiche Schulungs- und Testphase mit dem neuen Da-Vinci-Xi-Chirurgiesystem im Klinikum Friedrichshafen wurde von Iris Humbert (2. von rechts, Intuitive Surgical) geleitet. OP-Manager Winfried Dotterweich (2. von links), OP-Pflege-Leitung Monika Hadzic (links) und Christoph Pfalzgraf, zuständig für Qualitäts- und Prozessmanagement im Häfler OP (rechts), sind begeistert von der neuen OP-Roboter-Generation.

Die umfangreiche Schulungs- und Testphase mit dem neuen Da-Vinci-Xi-Chirurgiesystem im Klinikum Friedrichshafen wurde von Iris Humbert (2. von rechts, Intuitive Surgical) geleitet. OP-Manager Winfried Dotterweich (2. von links), OP-Pflege-Leitung Monika Hadzic (links) und Christoph Pfalzgraf, zuständig für Qualitäts- und Prozessmanagement im Häfler OP (rechts), sind begeistert von der neuen OP-Roboter-Generation.

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