Raum für ein würdevolles Sterben im Krankenhaus

Friedrichshafen (MCB) Im neuen Palliativzimmer des Klinikums Friedrichshafen können sterbenskranke Patienten in würdiger, ruhiger Umgebung und im Kreise ihrer Familie Abschied nehmen – unter professioneller medizinischer und pflegerischer Betreuung und Sterbebegleitung durch geschultes Hospizpersonal, aber abseits des Krankenhausalltages.

Verein unterstützt mit 40.000 Euro

Ermöglicht wurde die Einrichtung des Palliativzimmers durch den Verein der Freunde und Förderer des Klinikums. Seit seiner Gründung im Jahre 2006 hat dieser schon zahlreiche Projekte im und ums Klinikum unterstützt und verwirklicht – „aber dies ist unser bisher größtes“, sagte der Vorsitzende Dr. Hans-Joachim Simmendinger bei der Inbetriebnahme des Raumes. 40.000 Euro – womit die Gesamtkosten für den Umbau abgedeckt sind – stellt der Verein für das Palliativzimmer zur Verfügung. Das Klinikum selbst übernahm mit seiner Technischen Abteilung zahlreiche Eigenleistungen, etwa in Sachen Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation.

Eingebettet in Behandlungskonzept


„Es geht aber nicht nur um einen Raum, sondern auch um die Umsetzung eines ganzen Behandlungskonzeptes“, betonte Simmendinger. Denn hinter der Versorgung der schwerstkranken Menschen stehe ein „multimodales Team“, das im Häfler Klinikum eine „palliative Komplexbehandlung“ anbiete, wie Dr. Mona Schmidt, Oberärztin Innere Medizin: Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Endokrinologie und Diabetologie, erläuterte. Dazu zählen Fachärzte für Schmerztherapie, Psychoonkologen, Palliativschwestern oder spezialisierte Krankengymnasten.

Enge Vernetzung mit Hospizverein

Eine wichtige Rolle neben dem ärztlichen und pflegerischen Personal des Krankenhauses spielt dabei die enge Kooperation mit dem Hospizverein Friedrichshafen. Geschulte Ehrenamtliche stehen den im Sterben liegenden Menschen und ihren Angehörigen in dieser schwierigen Zeit am Krankenbett zur Seite. Denn: „Ziel ist es nicht nur, die Patienten medizinisch adäquat zu versorgen, sondern ihnen auch am Ende ihres Lebens menschlichen Beistand zu geben“, so Hans-Joachim Simmendinger. Und auch Evelyn Schneider, kommissarische Pflegedirektorin des Krankenhausverbundes „Medizin Campus Bodensee“ (MCB), strich die enge Vernetzung mit dem Hospizverein heraus und zeigte sich im Namen des Klinikums „Dankbar für die Unterstützung“.

Palliativzimmer ein „wichtiger Baustein“

Rund 400 Menschen versterben jedes Jahr im Klinikum Friedrichshafen, so Jochen Wolf, Klinikdirektor und stellvertretender MCB-Geschäftsführer sowie Prokurist. Das neue Palliativzimmer sei nun ein weiterer „wichtiger Baustein“ in der Versorgung schwerstkranker Patienten. Auch für Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger, Chefarzt Innere Medizin: Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin sowie Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees, ging damit ein Wunsch in Erfüllung: „Wir brauchen einen Raum für diese Patienten, um in Ruhe und zusammen mit der Familie die letzten Tage und Stunden des Lebens verbringen zu können.

Besonderes Atmosphäre

Diesem Anliegen entsprechend wurde das Palliativzimmer gestaltet und ausgestattet. Tatsächlich vermittelt der Raum eher eine Wohnzimmer- als eine Krankenhaus-Atmosphäre, stünde da nicht das Krankenbett im Zentrum. „Ziel war es, einen ruhigen Raum zu schaffen“, so Architekt Marcus Brinkmann. Neben der obligatorischen Sanitärzelle gibt es auch ein Sofa und durch das Öffnen einer Klappwand  erschließt sich noch eine Nische mit einem bequemen Liegesessel: „So können Angehörige hier auch mal über Nacht bleiben.“ Zudem haben diese die Möglichkeit, sich im Zimmer Tee oder Kaffee zu kochen. „Mich freut es, dass hier so viel Platz für Angehörige ist“, meinte dann auch Brigitte Tauscher-Bährle vom Hospizverein Friedrichshafen. Und der Förderverein des Klinikums freute sich über einen gelungenen „Beitrag zu einem humanen Krankenhaus“.

„Ein wichtiger Baustein der Palliativversorgung“: Jochen Wolf (links), Klinikdirektor Klinikum Friedrichshafen und stellvertretender Geschäftsführer sowie Prokurist des „Medizin Campus Bodensee“ bei der Inbetriebnahme des Palliativzimmers am Häfler Klinikum. Foto: MCB

„Ein wichtiger Baustein der Palliativversorgung“: Jochen Wolf (links), Klinikdirektor Klinikum Friedrichshafen und stellvertretender Geschäftsführer sowie Prokurist des „Medizin Campus Bodensee“ bei der Inbetriebnahme des Palliativzimmers am Häfler Klinikum. Foto: MCB

Freuen sich über ein sinnvolles Angebot für todkranke Patienten mit begrenzter Lebenserwartung (von links): Dr. Hans-Joachim Simmendinger (1. Vorsitzender Verein der Freunde und Förderer des Klinikums Friedrichshafen e. V.), Jochen Wolf (Klinikdirektor Klinikum Friedrichshafen und stellvertretender Geschäftsführer sowie Prokurist des „Medizin Campus Bodensee“), PD Dr. Detlev Jäger (Chefarzt Innere Medizin: Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin sowie Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees), Brigitte Tauscher-Bährle (Hospizverein Friedrichshafen) und Evelyn Schneider (kommissarische Pflegedirektorin „Medizin Campus Bodensee“). Foto: MCB

Freuen sich über ein sinnvolles Angebot für todkranke Patienten mit begrenzter Lebenserwartung (von links): Dr. Hans-Joachim Simmendinger (1. Vorsitzender Verein der Freunde und Förderer des Klinikums Friedrichshafen e. V.), Jochen Wolf (Klinikdirektor Klinikum Friedrichshafen und stellvertretender Geschäftsführer sowie Prokurist des „Medizin Campus Bodensee“), PD Dr. Detlev Jäger (Chefarzt Innere Medizin: Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin sowie Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees), Brigitte Tauscher-Bährle (Hospizverein Friedrichshafen) und Evelyn Schneider (kommissarische Pflegedirektorin „Medizin Campus Bodensee“). Foto: MCB

Das neue Palliativzimmer im Klinikum Friedrichshafen: Raum für ein würdevolles Sterben und Verabschieden von den Angehörigen. Foto: MCB

Das neue Palliativzimmer im Klinikum Friedrichshafen: Raum für ein würdevolles Sterben und Verabschieden von den Angehörigen. Foto: MCB

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