Klinikum Friedrichshafen setzt bei Prostatabiopsien auf MRT-gesteuerte, stereotaktische Methode

Friedrichshafen (kf) Nur wenige Krankenhäuser in Deutschland  bieten die Durchführung von MRT-gesteuerten stereotaktischen Prostata-Biopsien an. Das Klinikum Friedrichshafen ist die erste Klinik am Bodensee, in der das Ende 2014 angeschaffte BiopSee®-Gerät in Kombination mit einer speziellen Auswertungssoftware zum Einsatz kommt.

Prostatakrebs ist mit 60 000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Und auch hier gilt: Nur wenn der Krebs früh erkannt wird, gibt es Therapien, die eine hohe Heilungschance bieten.

Ergibt sich bei der Vorsorgeuntersuchung (Abtasten, PSA-Wert) ein Krebsverdacht, folgt darauf zwingend eine Prostatabiopsie. Die Gewebeprobe bestätigt hierbei nicht nur die Verdachtsdiagnose Prostatakrebs. Sie ist auch Grundlage für die weitere Planung der Behandlung. Um die Tumorausbreitung und die individuelle Gefährlichkeit diagnostizieren zu können kommt seit einigen Monaten im Klinikum Friedrichshafen ein modernes Prostata Biopsee®-Gerät zum Einsatz, mit dem "Prostatabiopsien  in einer bisher ungeahnten Genauigkeit durchgeführt werden können", so Dr. Eberhard Köhler, Urologe und einer der drei Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie.

"Entscheidend ist, dass durch die Prostatastanzbiopsie eine optimale Information über Aggressivität und die Verteilung des Tumors der Prostata gewonnen wird", sagt der Häfler Urologe. "Diese Information ermöglicht eine fundierte, individuelle Therapieentscheidung – von aktiver Überwachung über die Strahlentherapie bis zur radikalen Prostatektomie". Entscheidend für die präzisen Befunde ist die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin des Klinikums, unter Leitung von Prof Dr. Kaare Tesdal.

Die Untersuchung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird ein Multiparameter-MRT durchgeführt, welches dann mittels der speziellen Software Watson Elementary® gemeinsam von Radiologen und Urologen ausgewertet wird.

Tumorverdächtige  Areale werden markiert und digital auf das BiopSee®-Ultraschall-Gerät übertragen. Beim zweiten Termin erfolgt ambulant die Prostatabiopsie unter Narkose. Die Prostata wird hierzu mit dem Ultraschall untersucht und die gewonnenen  Bildinformationen werden mit den Informationen aus dem MRT fusioniert. So ist es möglich, Feinnadel-Gewebeproben gezielt aus verdächtigen Prostataregionen zu entnehmen und diese zur fachkundigen Untersuchung ins Institut für Pathologie im Klinikum zu schicken.

"Das Problem bei der konventionellen, randomisierten Prostatabiopsie über den Enddarm besteht darin, dass der Ultraschall nur große Prostatatumore detektieren kann. Ein negativer Ultraschallbefund ein Prostatakarzinom aber keineswegs ausschließt." Die "Trefferquoten" bei transrektalen, randomisierten Biopsien beträgt so auch nur zwischen 37,5 und 53 Prozent - eine erneute Wiederholung der Biopsie ist erforderlich.

"Das Klinikum stellt auch hier wieder die Patienten-Sicherheit in den Mittelpunkt", unterstreicht Klinikums-Geschäftsführer Johannes Weindel und weiter "zur Risikominimierung haben wir uns für ein System entschieden, bei dem diese Biopsien nicht wie sonst üblich durch den Enddarm, sondern unter Narkose durch die Haut des Damms (perineal) entnommen werden. So wird das Risiko für postoperatives Fieber, Sepsis und Nachblutung minimiert."

Die Indikationsstellung und Vorbereitung zur MRT-navigierten perinealen Prostata-Biopsie erfolgt über die Urologische Gemeinschaftspraxis Friedrichshafen, telefonische Terminvereinbarung in der Sprechstunde unter 07541 -3873-0.

Mehr unter: Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie

 

„Mit diesen technischen Voraussetzungen können wir Prostatabiopsien  in einer bisher ungeahnten Genauigkeit vornehmen“, sagt Dr. Eberhard Köhler, Urologe und einer der drei Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie.

„Mit diesen technischen Voraussetzungen können wir Prostatabiopsien  in einer bisher ungeahnten Genauigkeit vornehmen“, sagt Dr. Eberhard Köhler, Urologe und einer der drei Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie.

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