Schneller und präziser: Neues Herzkatheter-System im Klinikum Friedrichshafen

Friedrichshafen (kf) Das Klinikum Friedrichshafen rüstet weiter medizintechnisch auf: Bei den Elektrophysiologischen Untersuchungen (EPU) kommt nun auch ein hochmodernes dreidimensionales System zum Einsatz. Damit können insbesondere komplexe Herzrhythmusstörungen noch präziser und wesentlich schneller untersucht und behandelt werden.

„Unser Behandlungsspektrum bei Herzkatheter-Untersuchungen wird jetzt noch einmal entscheidend erweitert“, freut sich Dr. Hansjörg Bauerle, Leiter der Sektion Elektrophysiologie, über das neue, in diesen Tagen in Betrieb genommene System. Als einer von nur sechs Standorten in Deutschland und als einziges Krankenhaus in Süddeutschland neben München verfüge das Häfler Klinikum nun „über die derzeit modernste 3D-Mapping-Anlage auf dem Markt“. Mit dieser können – dank einer äußerst hohen Auflösung – auch die Ursachen komplexer und verborgener Herzrhythmusstörungen aufgespürt werden.

Anstatt langwieriger Erhebung von Einzeldaten zur Erstellung einer Simulation einer Herzhöhle, wird bei diesem System in nur wenigen Minuten ein Vielfaches an Signaldaten aufgezeichnet. Dafür sorgen 64 Elektroden an einem speziellen schirmförmigen Katheter. Zudem besitzt das System eine Autokorrektur, die falsche Signale automatisch herausfiltert. Damit wird jedoch nicht nur eine „Landkarte des Herzens“ in einer bisher nicht erreichten grafischen Schärfe und Detailgenauigkeit erstellt. Zugleich können im Zuge einer EPU krankhafte Gewebezellen verödet und damit die verschiedensten Herzrhythmusstörungen – unter anderem auch das so genannte „Stolperherz“, das Vorflimmern – behandelt werden.

Vorteil für Menschen mit komplexen Herzrhythmusstörungen: Die Untersuchung liefert nicht nur bessere Bilder für eine zuverlässige Diagnose, sondern geht schnell und ist für den Patienten daher angenehmer und schonender. Schließlich muss er während der EPU ruhig auf dem Tisch liegen bleiben. Schon ein Husten und die damit verbundene Körperbewegung kann das Ergebnis zunichtemachen. Beim neuen System ist das nicht so schlimm: „Dann wiederholen wir das Ganze einfach nochmal schnell“, erklärt Dr. Bauerle.

Schon vor einem Jahr hatte das Klinikum Friedrichshafen das 3D-Mapping-System aus den USA für sein EPU-Labor bestellt. Nachdem die aufwändige Software noch den letzten Feinschliff erhalten hatte, wurde es jetzt angeliefert und installiert. „Jetzt haben wir eines der modernsten deutschen EPU-Labore“, betont Dr. Hansjörg Bauerle, der mit seinem Team im Schnitt sechs elektrophysiologische Untersuchungen pro Tag durchführt. Dabei werden die zum neuen Medizin Campus Bodensee gehörenden Krankenhäuser in Tettnang und Weingarten mitbetreut.

Zudem profitieren auch Patienten aus Vorarlberg von dem noch einmal erweiterten Angebot in Friedrichshafen. So ist Dr. Bauerle seit einigen Jahren im Rahmen einer Kooperation auch für die Betreuung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen am Landeskrankenhauses Feldkirch tätig.

Das Team im EPU-Labor des Klinikums Friedrichshafen

Das Team im EPU-Labor des Klinikums Friedrichshafen freut sich über modernste Medizintechnik bei ihren Herzkatheter-Untersuchungen (von links): Claudia Fink (Leitung Medizinische Funktionsabteilung), Patricia Frank (Medizinische Fachangestellte), Dr. Hansjörg Bauerle (Sektionsleiter) und Dr. Christoph Staudinger (Oberarzt).

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