Unfallchirurgen und Plastischer Chirurg des "Medizin Campus Bodensee" retten mit mehreren Operationen Fuß eines Patienten

Friedrichshafen/Tettnang (MCB) Samstagabend, Ende August 2016 - Hartmut W. sucht seinen Schlüsselbund. Überall und auch im Altpapiercontainer, doch der steht hinter einem verschlossenen Zaun. Der Schlüssel zu diesem hängt an seinem Schlüsselbund… also steigt der 48-jährige groß gewachsene Mann darüber, wühlt im Papiercontainer und wird fündig. Der Rückweg verläuft alles andere als glimpflich…

In der Chirurgischen Ambulanz des Klinikums Friedrichshafen wird sein schmerzendes und immer dicker werdendes Bein untersucht und geröntgt. Die Diagnose steht bald fest: Fersenbeinfraktur. Zehn Tage dauert es, bis  die Schwellungen am Fuß soweit zurückgegangen sind, dass die Unfallchirurgen operieren können. Die OP verläuft gut, der Heilungsprozess beginnt, doch die Entlassung aus dem Krankenhaus verschiebt sich. Beim Verbandswechsel wird eine mit viel Flüssigkeit gefüllte Blase auf der OP-Wunde entdeckt und aufgeschnitten. Die Wunde muss erneut geöffnet werden, ein Hämatom hat sich gebildet und muss entfernt werden. Der Heilungsprozess schreitet nicht so voran, wie es sich der Patient und seine Ärzte vorgestellt haben. Einige Wochen nach dem Unfall muss eine Menge Gewebe komplett entfernt werden und die Unfallchirurgen rufen Dr. Michael Ruggaber hinzu. Er leitet die Sektion Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie, die zur Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie und Endoprothetik gehört.

Operation in der Klinik Tettnang

"Einfach ist das Ganze nicht, hat Dr. Ruggaber gesagt", erinnert sich Hartmut W. an die erste Begegnung mit dem spezialisierten Chirurgen und erzählt, dass er direkt von ihm einen OP-Termin in der Klinik Tettnang bekam und dorthin verlegt wurde. Seit Juli 2015, als das Medizinische Konzept des "Medizin Campus Bodensee" in der Praxis umgesetzt wurde, operiert Dr. Ruggaber ausschließlich in der Klinik Tettnang und nicht mehr im Klinikum.

Anspruchsvolle OP-Technik

Seine Aufgabe bestand darin, den Hautdefekt an der Ferse durch ein frei übertragenes Gewebestück vom Oberschenkel zu ersetzten und an dieses die Unterschenkelgefäße unter dem Mikroskop wieder anzuschließen. Eine Technik, die in Süddeutschland nur speziell ausgebildete Operateure, meistens an großen Kliniken oder Unikliniken beherrschen. Da die notwendigen OP-Mikroskope in der Klinik Tettnang vorhanden waren und Dr. Ruggaber die entsprechende OP-Erfahrung besitzt, machte er sich an die Arbeit. 

"Die Fleischtransplantation dauerte acht Stunden"

Kompliziert wurde der Eingriff, weil der Patient genau an diesem Fuß schon eine 30 Jahre alte OP-Narbe hatte, weil ihm in Folge eines anderen Unfalls ein Stück Nerv aus dem Fuß genommen wurde… "Die Fleischtransplantation dauerte acht Stunden“, erzählt Hartmut W. und dass anschließend auf der Intensivstation stündlich kontrolliert wurde, ob die Durchblutung des neuen Fleischlappens am Fuß, den Dr. Ruggaber zuvor vom Oberschenkel des Patienten entnommen hatte, auch funktioniert. Zwei Tage später konnte Hartmut W. auf die Normalstation verlegt werden, wurde irgendwann seine Schiene los, die Infusionen und auch den großen Verband, die Fäden wurden gezogen und auch die OP-Wunde am Oberschenkel heilte zu.

Zuversichtlich: Im kommenden Frühjahr wieder aufs Rad und wandern

Von seiner Operationen während der eineinhalbmonatigen Klinikaufenthalte erzählt der Maschinenbau-Ingenieur bei der Markdorfer Firma Wagner ganz sachlich. Jetzt ist er mitten in der zweiten Phase: der Fuß darf nur teilbelasten werden, ist beweglich aber „schwergängig“ und noch etwas geschwollen. "Alles braucht eben seine Zeit", zeigt sich Hartmut W. zuversichtlich und will spätestens im kommenden Frühjahr wieder wie gewohnt mit dem Rad zu Arbeit fahren und auch wandern gehen.

Der Fuß von Hartmut W. wenige Stunden nach dem Eingriff in der Klinik Tettnang. Bild: MCB

Der Fuß von Hartmut W. wenige Stunden nach dem Eingriff in der Klinik Tettnang.

Bild: MCB

Am Oberschenkel des Patienten entnahm Dr. Michael Ruggaber ein Gewebestück, um den Hautdefekt an der Ferse zu beheben. Bild: MCB

Am Oberschenkel des Patienten entnahm Dr. Michael Ruggaber ein Gewebestück, um den Hautdefekt an der Ferse zu beheben.

Bild: MCB

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