Zystektomie mit dem Da-Vinci

Friedrichshafen (MCB) Johann Mayer ist guter Dinge, wenn auch noch ein bisschen wacklig auf den Beinen… Gerade acht Tage ist es her, dass dem bald 80-jährigen Markdorfer die Harnblase entfernt werden musste, auf Grund seines fortgeschrittenen Karzinoms.

Mit der Diagnose konfrontiert entschied sich Johann Mayer rasch für den Eingriff und bereut es nicht, ist froh und sagt lächelnd „Wer hätte das gedacht?“ Dr. Carsten Sippel, einer der drei urologischen Chefärzte des Klinikums, ist der behandelnde Arzt von Johann Mayer und klärte den betagten Herren über den Eingriff auf – die Zystektomie, also die Entfernung der Harnblase, ist ein sehr umfassender Eingriff, auf den in vielen Fällen aufgrund dieser Komplexität verzichtet werden muss.

Nur acht Tage Liegedauer

Die im Klinikum Friedrichshafen mögliche und schonende Operationsmethode, mit Unterstützung des Da-Vinci-OP-Roboters, erlaubt einen solchen Eingriff auch bei schweren Vorerkrankungen, und die kurze Liegedauer von acht Tagen ist ein weiterer Vorteil, nicht nur für einen knapp 80-jährigen Patienten. Deshalb schlug Dr. Sippel Johann Mayer die roboter-assistierte Zystektomie mit dem Da-Vinci vor. Acht Tage später ist auf dem Bauch des Patienten nur ein kleiner Schnitt zu sehen, obwohl die Harnblase, die auf dem Beckenboden liegt, ein wirklich großes Hohlorgan ist.

Harnblasenentfernung mit Da-Vinci-OP-Roboter ist ein weiterer Urologischer Meilenstein am Klinikum Friedrichshafen

Dr. Sippel, hat sich in Lissabon, Strasbourg und Heidelberg fortgebildet und die Handhabung der Spezialinstrumente dort trainiert, denn dieser Eingriff mit dem OP-Roboter wird international nur an wenigen ausgewählten Zentren durchgeführt. „Jetzt können wir auch in der Region Bodensee-Oberschwaben und darüber hinaus einem erweitertem Patientenkreis zu einer entsprechen Behandlung verhelfen, auf die man sonst aufgrund der Schwere des Eingriffes verzichten müsste“, erklärt der Urologe. „Das ist wirklich ein Meilenstein“, gratuliert Chefarzt-Kollege Dr. Eberhard Köhler, der Dr. Sippel bei der OP über die Schulter schaute.

"Derzeit fortschrittlichsten Operationsmethode"

Im Klinikum Friedrichshafen kam 2011 zum ersten Mal das vierarmige da Vinci-Operationssystem zum Einsatz. Seither wird diese hochentwickelte minimalinvasive Operationstechnik im Sinne der urologischen, gynäkologischen und allgemeinchirurgischen Patienten eingesetzt. Im vergangenen Jahr investiert das Klinikum 2,2, Millionen Euro in die nächste Generation des OP-Roboters, das da Vinci® Xi Surgical System. „So profitieren unsere Patienten von der derzeit fortschrittlichsten Operationsmethode“, sagt Johannes Weindel, Geschäftsführer des Klinikum. Doch egal, ob das alte oder das neue da Vinci-Operationssystem: dieser medizintechnische Fortschritt bedeutet für die  Patienten geringeren Blutverlust, weniger Schmerzen und deutlich schnellere Erholung als bei herkömmlichen Operationsmethoden. Auch für die Operateure ist die robotergestützte Operation vorteilhaft: „Die Kamera bietet ein gestochen scharfes Bild in 3D direkt vom Operationsgebiet, die Roboterarme lassen sich noch flexibler als die eigenen Hände einsetzen und sind zudem ermüdungsfrei, außerdem sitzt der Operateur in einer ergonomisch optimalen Position und kann selbst während stundenlanger, komplexer Eingriffe in entspannter Körperhaltung hochkonzentriert arbeiten“, so Dr. Carsten Sippel, der versichert: „Vor jeder Operation werden natürlich immer alle Optionen geprüft: Ist eine herkömmliche Methode zielführender, wird auf diese zurückgegriffen.“

Johann Mayer mit seinem Operateur Dr. Carsten Sippel (links) und Dr. Eberhard Köhler – beide Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie des Klinikums Friedrichshafen. Bild: MCB

Johann Mayer mit seinem Operateur Dr. Carsten Sippel (links) und Dr. Eberhard Köhler – beide Chefärzte der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie des Klinikums Friedrichshafen.

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