Großes Interesse am Bauchaorten-Screening-Tag der Sektion Gefäßchirurgie im Klinikum Friedrichshafen

Bauchaorten-Screening – eine Sache von wenigen Sekunden: Auch Hannelore Walter aus Friedrichshafen nutzte beim Screening-Tag im Klinikum die Gelegenheit, sich von Dr. Malte Gerbig per Ultraschall untersuchen zu lassen.Während sich verschiedene Krebsvorsorgeuntersuchungen längst etabliert haben, ist über die Früherkennung einer krankhaften Bauchschlagader noch viel zu wenig bekannt. Um insbesondere ältere Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, fand am vergangenen Wochenende zum dritten Mal ein bundesweiter, von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie ins Leben gerufener „Screening-Tag“ statt, der auch am Klinikum Friedrichshafen auf große Resonanz stieß. Über 70 Frauen und Männer informierten sich bei Vorträgen und ließen sich anschließend durchchecken.

Dunkelziffer ist hoch

„Es gibt eine Dunkelziffer von geschätzten 35 000 Menschen in Deutschland, die nicht wissen, dass eine Zeitbombe in ihnen tickt“, so Dr. Malte Gerbig, Leiter der Sektion Gefäßchirurgie am Häfler Klinikum. Die Rede ist von einer krankhaften Erweiterung der Hauptschlagader im Bauch – einem sogenannten Bauchaortenaneurysma, das verstärkt bei Menschen über 65 Jahren auftritt. Hält die aufgeblähte Arterie dem Druck des Blutstromes nicht mehr stand und platzt, kommt jede Hilfe meist zu spät: Nur 20 Prozent der betroffenen Personen überleben. Einzige sinnvolle Gegenmaßnahme: eine geplante operative Therapie. Doch dazu muss die Erkrankung erst einmal erkannt werden, was oft wegen fehlender Beschwerden im Vorfeld nicht rechtzeitig geschieht. „Dabei ist die Untersuchung harmlos und geht sehr schnell“, wie Dr. Gerbig betonte. So sei es per Ultraschall nur eine Sache von wenigen Sekunden, eine womöglich gefährliche Veränderung der Bauchschlagader festzustellen.

Neue Behandlungsmethode

Hat das Aneurysma schon eine kritische Größe erreicht, gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten: Zum einen eine seit Jahrzehnten praktizierte offene Operation, bei der die erkrankte Aorta durch eine Gefäßprothese ersetzt wird. Doch daneben etabliert sich langsam aber sicher auch eine neue OP-Technik, wie Gerrit Geisler berichtete. Dabei wird das Aneurysma durch Einsetzen einer Stentprothese endovaskulär abgedichtet. „Es reichen zwei kleine Hautschnitte von jeweils vier Zentimetern in beiden Leisten“, erläuterte Geisler. „Das ist nicht ganz unkompliziert, aber auch kein Hexenwerk.“, aber eine schonendere OP-Methode. Leider ist sie nicht bei allen Betroffenen anwendbar, aber mehr als 60 Prozent aller Aneurysmen werden endovaskulär versorgt, berichtete Geisler, der ab Juli das Team der Sektion Gefäßchirurgie am Klinikum Friedrichshafen verstärken wird.

Im Anschluss an die medizinischen Vorträge nutzten dann über 70 Menschen das Angebot des Klinikums Friedrichshafen, sich gleich vor Ort untersuchen zu lassen.

Bauchaorten-Screening-Tag der Sektion Gefäßchirurgie
Beim Bauchaorten-Screening
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