Krank im Bett statt spielend am See

Friedrichshafen (kf) Es sind Sommerferien und bei herrlichem Sonnenschein toben die meisten Kinder im Freibad oder auf dem Spielplatz. Urlauber aus ganz Deutschland tummeln sich am Seeufer und genießen die freien Tage. Für manchen jedoch führt der Weg, meist unfreiwillig und weniger geplant, zu einem Besuch in der Kinderklinik im Klinikum Friedrichshafen.

An diesem Nachmittag ist es erstaunlich ruhig in der Station PG 9. "Das kann sich aber schnell ändern", weiß Schwester Marie-José Falzone, pflegerische Leitung des Mutter-Kind-Zentrums, zu dem die Kinderklinik gehört. Vor allem in der Ferienzeit verletzen sich viele Kinder bei einem Sturz, werden von einer Wespe gestochen oder waren zu lange in der Sonne. Das betrifft Einheimische ebenso wie Urlaubskinder. "Gerade im Sommer ist fast die Hälfte unser Patienten Urlauber."

Sturzflug vom Stuhl

Im Spielzimmer sitzt die siebenjährige Annalena und malt. Sie hat schlechte Laune, denn sie hat gerade erfahren, dass sie noch einen weiteren Tag zur Beobachtung auf der Station bleiben muss. Gemeinsam mit ihrer Familie aus Esslingen verbringt sie eine Woche Urlaub am See. Bei einem Ausflug ins Museum kamen sie und ihr Bruder auf die Idee, mit einem Spielzeugflieger einen Flugwettbewerb zu veranstalten. Der endete in einem Sturzflug, Annalena fiel kopfüber vom Stuhl, ihr wurde schlecht und sofort wuchs ein riesiges Horn auf der Stirn. "Ich wollte das einfach sicherheitshalber untersuchen lassen", sagt ihre Mutter Bettina und zeigt sich begeistert über die Kinderklinik. "Die Ärzte haben sich sehr viel Zeit genommen und auch die Räumlichkeiten sind sehr einladend und kindgerecht".

Zum Glück gibt es Bücher

Nicht so viel Glück hatte die neun jährige Myriam aus Österreich. Sie kann kaum aufstehen vor Schmerzen im Bauch. Noch wissen die Ärzte nicht, ob es nur eine Blinddarmreizung oder doch eine Entzündung ist, die operiert werden müsste. Seit sie die kleine Bücherei entdeckt hat, nimmt sie das ungewisse Warten gelassener. Am Fußende ihres Bettes stapeln sich Bücher über Pferde, und wenn sie zu müde zum Lesen ist, liest die Mutter weiter. "Die meisten kleinen Patienten bleiben im Durchschnitt nur drei Tage auf der normalen Station", berichtet Assistenzärztin Patricia Rölle, während sie noch einmal Myriams Bauch abtastet. Wenn die fachspezifische Betreuung durch die Kinderärzte nicht ausreicht, wird bei Bedarf mit Kollegen der Allgemeinchirurgie, Urologie  oder Gynäkologie zusammengearbeitet. So ist eine optimale und zügige Rund-um-Betreuung garantiert.

Platz ist auch für Eltern

Bis zu 22 Kinder können in der Station PG 9 in Zweibettzimmern untergebracht werden, bei Bedarf auch zusammen mit einem Elternteil. "Im Sommer sind meist weniger Patienten hier, weil nicht so viele Infekte im Umlauf sind wie in den Wintermonaten", erläutert Marie-José Falzone. "Es gibt aber auch Erkrankungen, die das ganze Jahr über auftreten". Dazu gehört zum Beispiel der Durchfall, und der plagt den eineinhalbjährigen Paul schon seit vier Tagen. Mit der Infusionsnadel in der Hand und noch körperlich geschwächt, kuschelt er sich an seine Mama. Sie kommen gerade von einem kleinen Spaziergang zurück, auf dem sie dem Hubschrauber beim Landen zugesehen haben. "Ich fühle mich hier gut aufgehoben", sagt die Mutter, während ihr Sohn interessiert aus dem Fenster schaut. Der Brunnen im Hof lädt zum Plantschen ein, aber damit wird Paul wohl noch ein paar Tage warten müssen.

 

Paul und Susanne Bühler fühlen sich im Mutter-Kind-Zentrum gut betreut.
Hoffentlich keine Blinddarmentzündung: Assistenzärztin Patricia Rölle untersucht Myriam Zimmermann.
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