Das „Stolperherz“ ist Thema beim Patiententag im Klinikum Friedrichshafen

FRIEDRICHSHAFEN (kf) -  Wenn das Herz aus dem Takt gerät, kann das ganz schön beunruhigend sein. Vor allem, wenn der Arzt keine Ursache dafür findet. Hilfe bekommen Patienten mit Herzrhythmusstörungen jetzt im Klinikum Friedrichshafen.

Im hochmodernen EPU-Labor können durch eine elektrophysiologische Untersuchung auch verborgene Ursachen ausfindig gemacht werden. Am 23. Juni gibt es im Klinikum Friedrichshafen einen Patiententag mit Vorträgen und Besichtigungen rund um das Thema.

Der Fußballer, der mitten auf dem Platz zusammenbricht, das junge Mädchen, das beim Segeln wie aus dem Nichts über Bord geht, der dynamische Geschäftsmann, der den Stress im Arbeitsalltag problemlos verkraftet, am Abend vor dem Einschlafen aber plötzlich sein Herz „bis in den Hals“ schlagen hört: Sie allen leiden möglicherweise an Herzrhythmusstörungen, häufig schon von Geburt an, manchmal lange Zeit unentdeckt. Die Diagnose ist schwierig. Bei Arztbesuchen, selbst im Langzeit-EKG schlägt das Herz unauffällig und gleichmäßig. Aber die Beunruhigung bleibt, denn die Störungen kommen immer wieder.

Dr. Hansjörg Bauerle kennt viele solcher Geschichten, von männlichen wie weiblichen Patienten, jungen und alten. Der Internist und Kardiologe leitet seit 2010 die Sektion Elektrophysiologie, die zur Medizinischen Klinik II im Klinikum Friedrichshafen gehört. Das neue und komplett ausgestattete EPU-Labor wurde gerade in Betrieb genommen und bietet mit einem Linksherzkatheter-Messplatz und einer Anlage zur 3-D-Rotationsangiographie die neueste Technik zur Diagnostik und Behandlung aller Arten von Herzrhythmusstörungen, vom gelegentlichen „Herzstolpern“ bis zum gefährlichen Vorhofflimmern. „In vielen Fällen ist mit Hilfe der EPU nicht nur die Diagnose, sondern auch eine Heilung möglich“, sagt Dr. Bauerle. Bei der Untersuchung werden mit Hilfe geringer elektrischer Impulse Rhythmusstörungen provoziert. Über Röntgenaufnahmen können die für die Störungen verantwortlichen Gewebezellen geortet und gegebenenfalls sofort „verödet“ werden. Das Risiko des Eingriffs ist gering, in der Regel ist nur ein kurzer stationärer Aufenthalts nötig.

Durch eine Kooperation mit dem Landeskrankenhaus Feldkirch profitieren auch Vorarlberger Patienten von der neuen Medizintechnik. Seit April untersucht und behandelt Dr. Bauerle dort Patienten im Feldkircher Herzkatheterlabor. Dieses Angebot geht zurück auf die Zusammenarbeit Dr. Bauerles mit Primar Univ.-Doz. Dr. Werner Benzer im Rahmen des von der EU geförderten Kardiologischen Netzwerks Bodensee.

Damit Interessierte von der neuen Technik sich selbst ein Bild machen können, lädt das Klinikum Friedrichshafen zu einem Patiententag am Samstag, 23. Juni von 11 bis 13 Uhr, ein. Auf dem Programm stehen verschiedenen Vorträgen zu Herzrhythmusstörungen und ihrer Behandlung sowie Führungen durch das EPU-Labor.

Im hochmodernen EPU-Labor können durch eine elektrophysiologische Untersuchung auch verborgene Ursachen ausfindig gemacht werden.
Im hochmodernen EPU-Labor können durch eine elektrophysiologische Untersuchung auch verborgene Ursachen ausfindig gemacht werden.
Dr. Bauerle
Dr. Bauerle, Sektionsleiter Elektrophysiologie
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