Prostatakrebs besser bekämpfen

Friedrichshafen (kf) – Eine neue, zuverlässigere und im weiteren Umkreis einzigartige Methode zur Diagnose von Prostatakrebs setzt das Klinikum Friedrichshafen ab dem kommenden Jahr ein. Proben des verdächtigen Gewebes können künftig unter Kernspin-Kontrolle noch zielgerichteter entnommen werden. Möglich macht das eine Kombination aus einem hochmodernen Magnetresonanztomographen (MRT) und spezieller Ultraschall-Technik.

Prostatakrebs, ja oder nein? Gewissheit über eine mögliche Erkrankung bringt erst eine Gewebeprobe (Biopsie). Das Problem bei Verdachtsfällen: die Suche nach einem Prostatakarzinom alleine per Ultraschall ist schwierig und nicht immer genau. Bessere Ergebnisse liefert ein neuartiges Verfahren. Diese an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg weltweit erstmals etablierte Technik kombiniert zwei Untersuchungsmethoden: Ultraschall und Kernspin (MRT). Möglich macht dies eine neue Generation von MRT-Geräten mit ihrer deutlich erhöhten Bildgebungsqualität. Ein solches High-Tech-Instrument steht nun auch im Klinikum Friedrichshafen.

Und so läuft das Ganze ab:
Die Untersuchung in der MRT-Röhre liefert Detailaufnahmen der Gewebestrukturen, die dann per Spezialsoftware in die Bildverarbeitung eines hochauflösenden Ultraschallgeräts integriert wird. Die Datenübermittlung erfolgt online im vernetzten Rechnersystem des Klinikums. Radiologen und Urologen arbeiten so Hand in Hand. "Wir haben damit eine technische und interdisziplinäre Schnittstelle geschaffen, die Sinn macht", erläutert Dr. Wilhelm Esser-Bartels. Für den Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie und seine Chefarztkollegen, Dr. Claus Fieseler und Dr. Eberhard Köhler, ist das neue Verfahren "eine echte Innovation" und darüber hinaus auch eine Spezialität des Klinikums Friedrichshafen. Denn nur wenige Krankenhäuser hierzulande sind derart modern aufgestellt. "Dazu musste man bisher nach Heidelberg fahren."

Vorteil für Patient und Mediziner:
Durch die präzise Diagnostik ist eine gezieltere Lokalisierung des verdächtigen Gewebes möglich. Das bedeutet: Bei einer MRT-kontrollierten Biopsie wird weniger gesundes Gewebe mit entnommen. In der Regel können mit dieser Methode eine zuverlässige Krebsdiagnose erstellt und entsprechende Behandlungsschritte eingeleitet werden. "Die Treffsicherheit liegt bei über 90 Prozent", sagt Dr. Esser-Bartels. Ein weiterer Pluspunkt: Insgesamt ist der Eingriff für den Patienten angenehmer, da die Gewebeentnahme nicht mehr über den Enddarm, sondern mittels minimal-invasiven Eingriffs erfolgt und es deshalb seltener zu Blutungen oder Entzündungen kommt. Übrigens: Durch die Kernspin-Technologie ist die Strahlenbelastung für den Patienten gleich Null. Dr. Esser-Bartels: "Dieses kombinierte Verfahren ist in der Prostatakrebs-Diagnostik dem Ultraschall deutlich überlegen."

Dr. Wilhelm Esser-Bartels, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie
Dr. Wilhelm Esser-Bartels, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie
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