Informationen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Friedrichshafen (kf) Als Manuela Zachmann-Schneider vor 30 Jahren  die Diagnose erhielt, dass sie an einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit leidet, war sie mit ihren Fragen auf sich selbst gestellt. Schnell merkte sie, dass es nicht gut ist, mit einer Krankheit alleine zu sein, die sie ein Leben lang begleiten wird und die nur die wenigsten Menschen kennen. Heute ist sie ehrenamtlich aktiv in der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung  (DCCV) und war zu Gast beim Patiententag im Klinikum Friedrichshafen. 

 

"Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gehören nicht zu den häufigsten Erkrankungen, aber etwa fünf Prozent der Bevölkerung leidet daran, und das für den Rest des Lebens", so Prof. Dr. Christian Arnold, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Friedrichshafen. "Wir möchten über die neuesten Daten und Therapieansätze informieren und Bewusstsein für diese immer häufiger werdenden Erkrankungen schaffen. Wir arbeiten sehr eng mit niedergelassenen Gastroenterologen zusammen, und die Patienten und ihre Angehörigen sollen wissen, dass es hier in der Region kompetente Ansprechpartner für ihre Erkrankungen gibt."

In verschiedenen Fachvorträgen konnten sich die Betroffenen informieren, welche neuen Entwicklungen es in der Forschung und der medikamentösen Behandlung gibt. Da die meisten chronisch entzündlichen Darmkrankheiten in jungen Jahren diagnostiziert werden, stellen sich viele die Frage nach einer Familienplanung. "Eine solche Erkrankung ist kein Grund, auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Aufklärung und interdisziplinäre Behandlung ist wichtig", erläuterte Dr. Ann-Katrin Rupf. Sie machte allen jungen Betroffenen Mut, diesen Schritt zu gehen. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Krebsvorsorge und die Möglichkeit von chirurgischen Therapien.

Zahlreiche Betroffene nutzen die Möglichkeit, bei der anschließenden Podiumsdiskussion die beteiligten Fachärzte nach medizinischen Fortschritten zur Linderung der Krankheit zu fragen oder auch ganz persönliche Krankheitsverläufe zu diskutieren. Großer Andrang herrschte auch bei den Informationsständen im Foyer des Klinikums. "Wir sind selbst betroffen, kennen die Tücken der Krankheit im Alltag", wissen Manuela Zachmann-Schneider vom DCCV und Reinhold Amann von der Selbsthilfegruppe Bodensee aus ihrem langjährigen Engagement. "Bei der richtigen Betreuung kann man mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung ein fast ganz normales Leben führen." Beide Organisationen stehen Ratsuchenden zur Hilfe, vermitteln Kontakte und informieren, denn, so die Vertreter:  Informierte Patienten können besser mit der Erkrankung umgehen, gewinnen verloren geglaubte Lebensqualität zurück und können gemeinsam aktiv mit dem Arzt die Behandlung beeinflussen.

Der Informationsbedarf bei Betroffenen und Angehörigen war groß und so nutzen viele das Angebot, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen.
Gerade für junge Patienten wirft die Familiengründung angesichts ihrer chronischen Erkrankung viele Fragen auf.
Die psychischen Probleme, die eine chronische Erkrankung mit sich bringen kann, lassen sich besser in den Griff bekommen, wenn man Ansprechpartner hat. Reinhold Amann von der Selbsthilfegruppe Bodensee ist selbst betroffen, und weiß, wie wichtig sozialer Austausch ist.
Großer Wert wird im Klinikum Friedrichshafen auf eine interdisziplinäre Behandlung und den Austausch der Ärzte gelegt. Dr. Christian Arnold, Dr. Ann-Katrin Rupf, Dr. Thorsten Lehmann, Dr. Thomas Günther und der Markdorfer Gastroenterologe Dr. Jörg Rudolf (von rechts nach links) bei der Podiumsdiskussion.
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