Klinikum ist weiter auf Wachstumskurs

Angebot angenommen: Mit einem einstimmigen Votum hat der Gemeinderat am gestrigen Mittwoch der Übernahme der Mehrheitsanteile an der Krankenhaus 14 Nothelfer GmbH durch das Klinikum Friedrichshafen zugestimmt.

Am heutigen Donnerstag hat Weingartens OB Markus Ewald die notariell beurkundete Vertragsannahme seinem Friedrichshafener Amtskollegen Andreas Brand im Beisein der beiden Krankenhausgeschäftsführer übergeben. Vorbehaltlich vor allem der noch erforderlichen Genehmigung durch Kartell- und Aufsichtsbehörden steht einem kommunalen Klinikverbund zwischen Friedrichshafen und Weingarten damit nichts mehr im Wege.

Das von den Beraterteams beider Seiten ausgearbeitete Vertragswerk sieht eine Übernahme von 94,9 % der Geschäftsanteile der Krankenhaus 14 Nothelfer GmbH sowie den Kauf der betriebsnotwendigen Grundstücke vor. Der neue Mehrheitsgesellschafter hat zugesichert, das Krankenhaus 14 Nothelfer als Haus der Grund- und Regelversorgung fortzuführen und das medizinische Angebot am Standort Weingarten weiter auszubauen.

Dafür will das Klinikum Friedrichshafen in den kommenden Jahren rund 1,5 Millionen Euro unter anderem in die Anschaffung von Diagnosegeräten (CT und MRT) investieren. Im Bereich der Inneren Medizin ist die Einrichtung eines Linksherzkathetermessplatzes vorgesehen.

Die Abteilung Geburtshilfe und Frauenheilkunde soll um ein Beckenboden- und Kontinenzzentrum bereichert werden. Mittelfristig ist auch die Etablierung einer eigenen Sektion Urologie am Standort Weingarten geplant. Die Chirurgische Hauptabteilung soll im Bereich der Gefäßchirurgie sowie Hand- und Viszeralchirurgie eine Spezialisierung erfahren. Bestehende Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten und Kliniken sollen aufrechterhalten und bei Bedarf ausgebaut werden. Im Bereich der Patientenpflege plant das Klinikum Friedrichshafen für die kommenden Jahre Investitionen für den schrittweisen Ausbau von Komfortzimmern.

Das dem Kooperationsvertrag zugrundeliegende Personalkonzept sichert
den rund 300 Bediensteten am Standort Weingarten eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2018 und die Fortführung des bestehenden Vergütungssystems einschließlich der Zusatzversorgung zu.

Für die Überlassung der Gesellschaftsanteile und der betriebsnotwendigen Immobilien erhält die Stadt Weingarten 1,5 Millionen Euro und wird von den auf der GmbH lastenden Bankdarlehen in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro befreit. Unter dem Strich muss die Stadt Weingarten für die Vergangenheit nochmals rund 7,5 Millionen Euro unter anderem an Verlusten des Krankenhauses und bislang getätigten Investitionen zu Lasten des städtischen Haushaltes nachfinanzieren. Die künftige unternehmerische Verantwortung liegt allein beim Klinikum Friedrichshafen.

Bei der heutigen Vertragsannahme zeigten sich die Oberbürgermeister und die Geschäftsführer der beiden Häuser in Friedrichshafen und Weingarten zufrieden mit dem gefundenen Kooperationsmodell. "Ein regionaler Verbund kommunaler Kliniken sichert und stärkt eine ausgewogene Patientenversorgung in einer Zeit, in der fast die Hälfte der Krankenhäuser in Baden-Württemberg in der Verlustzone angelangt sind", sind sich die beiden Stadtoberhäupter einig und ergänzen: "Die Türen des neuen Klinikverbundes stehen mittelfristig auch weiteren Partnern offen."

Die nördlichen und südlichen Partner im gemeinsamen Oberzentrum mit Ravensburg gehen im medizinischen Bereich künftig gemeinsame Wege. Die Kooperation zwischen dem Klinikum Friedrichshafen und dem Krankenhaus 14 Nothelfer wurde von Johannes Weindel, OB Markus Ewald, OB Andreas Brand, Torsten Lübben (v.l.n.r.) offiziell besiegelt.
Die nördlichen und südlichen Partner im gemeinsamen Oberzentrum mit Ravensburg gehen im medizinischen Bereich künftig gemeinsame Wege. Die Kooperation zwischen dem Klinikum Friedrichshafen und dem Krankenhaus 14 Nothelfer wurdevon Johannes Weindel, OB Markus Ewald, OB Andreas Brand, Torsten Lübben (v.l.n.r.) offiziell besiegelt.
Johannes Weindel, OB Markus Ewald, OB Andreas Brand, Torsten Lübben und Mitarbeiter des  Krankenhauses 14 Nothelfer. (Fotoc: Derek Schuh)
Johannes Weindel, OB Markus Ewald, OB Andreas Brand, Torsten Lübben und Mitarbeiter des Krankenhauses 14 Nothelfer. (Fotoc: Derek Schuh)
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