Tiefe Venenthrombose

Akut aufgetretener Verschluss durch Blutgerinnsel der tiefen Venen an der unteren Extremität, im Bereich des Beckens, der Hohlvene (Bauch– und Brustraum) aber auch der oberen Extremität oder der Halsvenen.

Diese bewirkt eine Stauung und Schwellung unterschiedlichen Ausmaßes z.B. des Beines und kann an Ausprägung zunehmen und in die Lunge embolisieren.

Lungenembolie: Das Blutgerinnsel kann in die Lunge abgeschwemmt werden und dort zu einem je nach Lokalisation begrenzten oder einem sehr ausgedehnten Funktionsverlust der Lunge und des Herzens führen (mit vor allem früher häufig tödlichem Ausgang).

Ursachen

Häufig Ruhigstellung, z.B. Gipsbehandlung nach Knochenbrüchen, aber auch nach langen Flugreisen beschrieben, längere Bettlägrigkeit bei Erkrankung, sehr häufig nach Operationen (vor allem orthopädische und unfallchirurgische Operationen), erworbene oder angeborene Blutgerinnungsdefekte, Geschlecht (junge Frauen sind 3 mal so häufig betroffen wie gleich alte Männer), bei bösartigen Krebserkrankungen, Einnahme von Hormonpräparaten (Anti-Baby-Pille) sowie bei Rauchern.

Symptome

Dumpfe Schmerzen der Extremität (vor allem Wade an den Beinen), Schwellung und Stauung, ggf. violette Verfärbung der Haut.

Diagnostik

Ultraschalldiagnostik (heutzutage das Technik der Wahl, da nicht invasiv und  trotzdem sehr genau), Phlebographie (Kontrastmittelröntgen der Venen), Computertmomographie, Blutuntersuchungen, die reinen klinischen Thrombosezeichen durch die ärztliche Untersuchung sind häufig zu unspezifisch.

Thrombophiliescreening (Hinweis auf angeborenene Defekte in der Blutgerinnung): Bei Patienten ohne offensichtlichen Risikofaktor muss vor der medikamentösen Therapie mit Marcumar ein sogenanntes Thrombophiliescreening durchgeführt werden, bei dem verschiedene Gerinnungsfaktoren untersucht werden. Sollte das Ergebnis Hinweise auf einen angeborenen Defekt im Gerinnungssystem geben muß ggf. in Absprache mit dem Gefäßmediziner eine dauerhafte lebenslange Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Marcumar) empfohlen werden, um weitere Thrombosen zu vermeiden.

Therapie

Prinzipiell dürfen bis auf wenige Ausnahmen praktisch alle Patienten sofort mobilisiert werden (also aufstehen und herumlaufen). Die Mobilisierung erfolgt mit einer optimalen Kompressionstherapie,  entweder mit einer Wickelung mit Kompressionsbinden oder einem angepassten Kompressionsstrumpf.

Gleichzeitig wird eine Behandlung mit Heparin (Spritzen unter die Haut) vom ersten Tag an durchgeführt („Antithrombosespritzen“). Eine Vollheparinisierung (Infusionsbehandlung mit Heparin) verbunden mit einer stationären Aufnahme über 1 Woche und gleichzeitiger Bettruhe wie früher häufig praktiziert ist in nur in den wenigsten Fällen erforderlich. Meistens kann dann auch zeitgleich mit einer Gabe von Marcumartabletten zur Blutverdünnung begonnen werden).

Häufig kommt es unter einer suffizienten Therapie nach wenigen Monaten zu einer Teilrekanalisierung der Venen. Die Dauer der Marcumarisierung richtet sich nach der Ursache der Thrombose sowie nach entsprechenden Begleiterkrankungen.

Eine operative Entfernung der Thrombose ist im wesentlichen auf den Bereich der Beckenvenen beschränkt, ein Vorteil der operativen Thrombektomie ist nicht gesichert und nur speziellen Fällen vorbehalten.

Auch in diesem Bereich haben endovaskuläre Therapieverfahren in jüngster Zeit für aufsehenserregende Erfolge gesorgt, mit ihrer Hilfe werden Lysetherapieverfahren in Kombination mit Ultraschallwellen und Aufdehnen und Stentbehandlung von Engstellen (vor allem in den Beckenvenen) eingesetzt. Allerdings ist diese Form der Therapie noch nicht etabliert und wird nur in wenigen Zentren durchgeführt.

Die Folge einer Thrombose kann ein sogenanntes postthrombotisches Syndrom sein mit chronisch venöser Insuffizienz, da durch die Thrombose die Klappen zerstört werden können und damit die Venen einen entsprechenden Bluttransport nicht mehr erfüllen können. Dieses äußert sich in einer chronischen Schwellneigung, Bildung von Krampfadern, beginnender Hautverfärbung und im letzten Stadium mit der Entstehung von Geschwüren am Unterschenkel.

Die Therapie besteht in einer kontinuierlichen (lebenslangen) Kompressionstherapie, operativer Behandlung von Varizen und entsprechender Insuffizienzpunkte und ggf. auch dauerhaften Marcumarisierung.





Weitere Informationen

Aktionsbündnis Thrombose

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