Schlaganfall – eine Volkskrankheit

Der Schlaganfall ist die häufigste neurologische Erkrankung und stellt nach dem Herzinfarkt und Krebserkrankungen die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen dar. Obwohl in den letzten Jahren deutliche Fortschritte in der Behandlung der Erkrankung erreicht werden konnten, bleibt bei ca. 1/3 der Betroffenen eine dauerhafte Behinderung bestehen. Hieraus resultieren erhebliche körperliche und psychische Belastungen, die  sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige häufig vor enorme Belastungen stellen. 

Ursachen

Verursacht wird die Erkrankung trotz gleichartiger Symptome durch zwei unterschiedliche bzw. sogar gegensätzliche Ursachen:

1.) Gefäßverschluss (sogenannter „ischämischer Insult“)

Der weitaus größte Teil aller Schlaganfälle (85-90%) wird durch Verstopfung einer Ader im Kopf ausgelöst. Für Teile des Gehirnes führt dies zu einem Abschneiden von der Blutzufuhr und damit von der Sauerstoff- und Glukose(Zucker)-Versorgung. Das Gehirn ist hierfür anfälliger als andere Organe – auch anfälliger als das Herz -, da es nahezu ausschließlich Zucker unter Verwendung von Sauerstoff verstoffwechselt. Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, muss daher innerhalb kürzester Zeit versucht werden, die Blutzufuhr wiederherzustellen. Dies kann durch Einsatz spezieller Medikamente gelingen. Diese Medikamente („Fibrinolytika“) kehren die Blutgerinnung um, verflüssigen also bereits geronnenes Blut. Sie können jedoch im Rahmen der Routinebehandlung nur innerhalb sehr enger Zeitgrenzen (bis maximal 4,5 h über die Vene bzw. bis maximal 6 h über die Arterie) eingesetzt werden.  

Ursächlich für die Verstopfung von gehirnversorgenden Adern sind u.a.: 

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) 
  • Mikroangiopathie (Störung der kleineren Gefäße im Kopf)
  • Kardiale Embolien (Blutgerinnsel aus den Herzen)
  • Gruppe seltener Ursachen 

Während die erstgenannten Erkrankungen insbesondere im höheren Lebensalter auftreten, sind Ursachen aus der Gruppe seltener Erkrankungen gerade bei jüngeren Patienten häufiger. 

Nach der sofort zu beginnenden Behandlung zielt die detaillierte Abklärung eines Schlaganfalles hinsichtlich der zu Grunde liegenden Ursache darauf ab, die Vorsorge zur Vermeidung erneuter Schlaganfälle zu verbessern. 

2.) Gehirnblutung (sogenannter „hämorrhagischer Insult“)

Ein kleinerer Teil der Schlaganfälle (10-15%) wird durch eine Gehirnblutung verursacht. Hierbei kommt es zu einem Gefäßriss, wobei Blut aus der Ader in das Gehirn oder den Raum zwischen Gehirn und Knochen eindringt. Dieses Blut verdrängt und quetscht dabei Gehirngewebe, da der zu Verfügung stehende Raum im Kopf durch den nicht nachgebenden Knochen begrenzt wird. Bereits verhältnismäßig geringe Mengen an Blut von wenigen Millilitern (>30ml) werden dabei häufig nicht überlebt. Therapeutisch stehen insbesondere operative  Maßnahmen bei Blutungen zwischen Gehirn und Kochen, z.T. aber auch bei Blutungen in das Gehirn, zur Verfügung.  

Ursächlich für Hirnblutungen sind u.a.: 

  • Bluthochdruck 
  • Schädelverletzungen
  • Gefäßaussackungen (Aneurysmata)
  • Andere Gefäßveränderungen (AV-Malformationen u.ä.)
  • Blutgerinnungsstörungen

Stationäre Behandlung

Das Leistungsspektrum der Schlaganfall-Station (Stroke Unit) der Klinik für Neurologie des Klinikum Friedrichshafens umfasst neben kontinuierlicher ärztlicher Betreuung u.a. die in der Akutphase wichtige 24-stündige Bereitschaft für bildgebende Maßnahmen. Sie ist für eine jederzeit rasche Diagnosesicherung und individuelle Therapieausrichtung wesentlich.

In den Tagen nach einem Schlaganfall ist zunächst eine kontinuierliche Überwachung aller wichtiger Körperfunktionen notwendig (u.a. Puls, Blutdruck und Atmung).

Im Weiteren erfolgt eine ausführliche Ursachenabklärung u.a. durch Ultraschalluntersuchungen der gehirnversorgenden Blutgefäße sowie des Herzens, dauerhafte EKG- und Blutdruck-Ableitungen, Blutanalysen und weitere bildgebende Untersuchungen.

Zeitgleich erfolgt eine Behandlung der entstandenen Defizite durch krankengymnastische, logopädische und ergotherapeutische Maßnahmen.  

Die optimale Versorgung der Patienten wird über eine Teilnahme am Qualitätssicherungsverfahren des Landes Baden-Württemberg ständig überwacht und gewährleistet.  

Häufige Symptome

Wann sollte man an einen Schlaganfall denken?

Ein Hauptmerkmal des Schlaganfalles ist das plötzliche Auftreten von Symptomen innerhalb von Sekunden oder Minuten. Typische akut auftretende Phänomene sind:

  • Schwäche oder Lähmung einer Extremität/Körperseite/Gesichtsseite
  • Gefühlsstörungen einer Extremität/Körperseite/Gesichtsseite 
  • Sprachstörung (Sprechen oder Verstehen!)
  • Sehstörung oder Schwindel 
  • Ungewöhnlicher Kopfschmerz

Was ist zu tun?

  • SOFORT Notarzt verständigen (Telefon: 112)! 
  • Nicht abwarten, ob sich die Phänomen verflüchtigen!

Falls zur Hand ärztliche Berichte und Medikamentenplan mitbringen, aber: Berichte nicht suchen, keine Verzögerung! 

Weitere Informationen

Schlaganfall-Zentrum

Kontaktdaten

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen

Telefon: 07541 96-0
Fax: 07541 96-1185
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